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November 2007 Das IR-Factbook etabliert sich als Master Dokument der IR-Abteilung Was versteht man unter einem IR-Factbook? Das IR-Factbook ist eine online-Publikation, die Informationen zum Unternehmen, seinen Geschäftsfeldern und Kennzahlen sowie wesentliche Marktdaten in einem Dokument übersichtlich bündelt. Kernzielgruppe sind die Analysten und institutionellen Investoren. Die Plattform für das IR-Factbook ist die Homepage der Unternehmen, das PDF ist ein "must", die HTML-Version "nice to have" - abhängig vom Umfang des Factbooks. Welche Unternehmen "leisten" sich ein Factbook? Während die Energieversorger die Vorreiter waren, geht die Factbook-Präsenz heute quer durch alle Branchen. In der Regel "leisten" sich Unternehmen ein IR-Factbook, die auch ansonsten eine sehr aktive IR-Arbeit zeigen und in IR-Rankings auf den vorderen Rängen platziert sind. Denn die Pflege eines Factbooks bindet Ressourcen, die nicht jede AG hat. Wie sieht der aktuelle Status auf dem IR- Factbook Markt aus? Momentan bieten zehn der DAX30-Werte ein IR-Factbook online an. Nie waren IR-Factbooks so aktuell wie in diesem Jahr: Mit zwei Ausnahmen stammen alle Factbooks aus dem laufenden Jahr. RWE und Deutsche Post World Net haben das Zahlenmaterial 2007 bereits zweimal aktualisiert. Beim Volumen klaffen die Tendenzen auseinander, aber die Hauptrichtung liegt um die 100 Seiten (siehe Tabelle).
Media Yourself - Wie das Internet Medien und Gesellschaft verändert "Cross Media" oder die online Zukunft klassischer Medien "Angesichts einer Vielzahl neuer Geschäftsmodelle und der wachsenden Zahl von Portalen, Plattformen, Internetforen und communitíes hat der Themenschwerpunkt der Medientage große Aktualität", so Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien. Die voranschreitende Digitalisierung stellt die Medienunternehmen vor wachsende Herausforderungen. Klassische Geschäftsfelder wie TV-Werbung und Print stagnieren, während die Internet-basierten Kommunikationsinstrumente boomen. Daher erweitern immer mehr klassischen Medienunternehmen ihr Leistungsspektrum um online Medien und entwickeln "Cross Media" Projekte: Radio und Fernsehbeiträge werden als Podcast im Internet zur Verfügung gestellt, Tageszeitungen gibt es zum Hören, Fernsehen und Nachlesen. Wie verändert sich das User-Verhalten im Internet? Ein weiterer Schwerpunkt der Medientage sind die internetbedingten Veränderungen innerhalb der Gesellschaft. Das Internet hat sich von einem reinen Informations- zu einem "Mitmach-Medium" entwickelt: Durch "social networking websites" wie "Facebook", "Bebo" und "My Space" generieren die User selber die Inhalte. Parallel zu den Medientagen findet eine Medienmesse mit mehr als 1000 Ausstellern statt. Hier werden technologische Innovationen, aktuelle Trends und Lösungen aus den Bereichen Broadcast, Mulitmedia und Mobilkommunikation vorgestellt. Oktober 2007 Visuelle Bilanz: Statistik führt zu Gleichmacherei Plagiat oder Trend, wohin führt der Wettbewerb "Der beste Geschäftsbericht" des manager magazin? Diese Frage wurde im Rahmen des 7. Symposiums Kreativ-Geschäftsberichte am 11. Oktober 2007 in Frankfurt immer wieder gestellt.
Dass die Statistik der Geschäftsberichte 2006, die Frau Prof. Grosse vortrug, Standards postuliert und damit Adaptionen auslöst, ist fast ein Automatismus: Was als gut gilt, wird übernommen. So werden alle besser, aber auch alle "gleicher". Führt mangelnder Mut zum Experiment in die Sackgasse der visuellen Austauschbarkeit? "Ein Mangel an Ideen ist ein Mangel an Ideen", provozierte die Typo-Koryphäe Prof. Weidemann. Mit noch mehr Forschung will man die Lücke zwischen Kommunikationsbereitschaft und Kommunikationserwartung schließen. Warum lassen sich Vorstände nur zögerlich für den Geschäftsbericht fotografieren und noch zögerlicher in ungewohnter Pose, wenn doch die Anleger sehen wollen, wem sie ihr Geld anvertrauen? Wird ein Geschäftsbericht mit Relieftitel, Spotlackierung, Klappseiten, Registerstanzung u.a. Verarbeitungsraffinessen vom Anlegermarkt positiver angenommen als einer auf Umweltpapier, das billiger aussieht als das Kopierpapier in den meisten Büros? Dass Analysten die Zielgruppe Nr.1 für den Geschäftsbericht sind, darin waren sich alle Anwesenden stillschweigend einig. Aber dass diese Zielgruppe ihre Informationen taggleich aus dem Internet holt oder per Email damit beliefert wird, wäre in dieser Runde von Entwicklern und Herstellern ein ketzerischer Aspekt gewesen. Wie übersetzt man "Sustainability"? Braucht der Kapitalmarkt noch mehr Daten und Berichte? Der DFVA hat in einem Arbeitskreis mit Emittenten 24 Key Indicators für Non-Financials definiert und ihre Wertigkeit bei klassischen Analysten abgefragt. Gut die Hälfte der Indikatoren wurde als wesentlich für Anlageentscheidungen eingestuft.
Der Energiekonzern RWE untermauerte diese These mit seiner Praxis: Die IR-Manager sehen sich in der Regel heutzutage einem Team von zwei Analysten gegenüber, von denen einer die Non-Financials abklopft, im Fall RWE vorrangig die Umweltstrategien. PwC versucht, die Non-Financials testierfähig zu machen, indem wie bei einem Audit unternehmensintern Prozesse, Informationssysteme, Ziele und Verantwortlichkeiten definiert und damit messbar werden. Die Prognose, dass in zwei Jahren dies als neuer Standard für börsennotierte Unternehmen eingeführt wird, mag kühn sein. Aber das aktuelle Beispiel des Spielzeugs aus China ist ein deutliches Indiz dafür, dass und wie schnell Bilanzzahlen von Non-Financials überlagert werden können. 10. Internationale Fachmesse für Gewerbeimmobilien Neue Messe München, 8. - 10. Oktober 2007
Mit 1.740 Unternehmen aus 41 Ländern stellt die Messe im 10. Jahr einen Ausstellerrekord auf. Die ausländischen Unternehmen belegen ein Drittel der gesamten Flächen. Laut Messeaussage wurden im vergangenen Jahr in Deutschland Gewerbeimmobilien im Wert von 50 Milliarden Euro gekauft; in diesem Jahr rechnen Experten mit noch höheren Investitionen. Immobilien boomen wieder, auch bei den Besuchern: Der Ansturm verstopft zeitweise die Gänge zwischen den Ständen.
Mit einem markanten Objekt, "The Gherkin" in London, das von der IVG Immobilien AG als Fonds vertrieben wird, hat die Messe ihre dreitägige Veranstaltung beworben.
Deutschland zeigt den Trend: Citylage ist in. Ob Nord oder Süd, innerstädtische Brache - Bahnareale, Häfen - werden neu besiedelt mit Büro und Wohnungen. Neben den Big Ten wie Berlin, Hamburg oder Düsseldorf zeigen auch kleinere Städte und Kreise, z.B. unser Nachbar Kreis Mettmann, dass sie erfolgreich vermarkten. Russland beteiligt sich stärker denn je, die Beteiligung ist auf 50 Aussteller um 25 % gewachsen. Nicht nur die beiden Metropolen Moskau und St. Petersburg sind mit repräsentativen Ständen vertreten, wo sie ihre aktuellen Pläne zur Stadtentwicklung vorstellen. Auch Millionenstädte wie Nishnij Nowgorod, Jekaterinenburg und Nowosibirsk sind jetzt in der russischen Oberliga. Der Nachholbedarf an Wohnungen, Büro- und Einzelhandelsimmobilien ist riesig. "Das höhere Risiko in Russland wird durch hohe Renditen ausgeglichen". September 2007 Machte sie Lust auf Geld, die IAM?
Hunderte von Vorträgen, Präsentationen und Diskussionen rangen um die Aufmerksamkeit der Besucher. An den Mikrofonen standen teilweise Redner, denen die Tonanlage kein Gehör verschaffen konnte. Auch viele Charts waren unverändert zu klein beschriftet, und das bei einem Publikum jenseits der 50. Wenn die Aussteller ihre Präsentation verbessern, wird das Publikum folgen, denn Interesse ist da.
Auffallend gut besucht war das RP Finanzforum mit seinen praxisnahen Themen. Wer Geld hat, macht sich eben Gedanken, wenn der Staat mitkassiert ab 2009 durch die pauschale Abgeltungssteuer. Selbst ein Experten-Thema wie Rohstoffe fand sein Publikum, und das trotz der überwiegend englisch sprachigen Veranstaltungen und Stände. Das Schwerpunktthema Grünes Geld hatte seinen ideologischen Look abgestreift, der professionellere Auftritt wurde direkt honoriert. Die Zurückhaltung der deutschen börsennotierten Aktiengesellschaften ist anscheinend manifest, nur Deutsche Post und Telekom zeigten alle drei Tage Flagge.
Was gab es sonst Neues? Die Halle war räumlich besser strukturiert, die Verteilung der großen Bühnen fing das wandernde Publikum ein. Angenehm im Zentrum die kulinarische Stärkung frisch aus dem Wok. Der Zulauf war, wie im Vorjahr, erstaunlicherweise am ersten Tag am stärksten, nicht am Wochenende. Die Autokennzeichen verrieten, dass Düsseldorf geografisch Ruhrgebiet und Niederrhein mobilisiert.
Der Autobau bleibt der Motor der deutschen Wirtschaft
Zum Auftakt der IAA stellte der Volkswagen-Konzern in einem gelungenen Opening vor 1.500 Medienvertretern aus 60 Ländern acht neue Fahrzeuge vor, über die in den nächsten Tagen intensiv diskutiert werden wird:
Volkswagen
"Volkswagen erfindet den Volkswagen neu". Mit diesem Slogan und der Vorstellung der Weltpremieren-Studie "up!" konnte der Vorstandsvorsitzende des Volkswagen-Konzerns Martin Winterkorn bei den Journalisten punkten. Das neue Fahrzeug wird der Ikone VW ein ganz neues Image geben. Der up! soll ein City-Spezialist für 4 Personen werden, ein Kleiner, der Größe zeigt. Man wird sehen, was der Markt dazu sagen wird.
AUDI A4
Der Vorstandsvorsitzende Rupert Stadler kommt ins Schwärmen. "Wir bringen die Oberklasse in die Mittelklasse. Und mit dem Multi Media Interface bieten wir Navigation, Info, CAR-Menü, Setup, Telefon, Adressbuch, CD / TV und Radio".
Skoda Der Fabia Kombi ist etwas für Privatleute, die gern und viel zu transportieren haben, vom Hobbygärtner bis zum Outdoor-Sportler. Seat
Der neue Seat Tribu kommt aus Martorell in Spanien. Er vereint zwei Konzepte in einem: Natur und Metropole. Er hat einen starken Offroad-Charakter mit Allradantrieb. Ein Blickfang von außen wie von innen ist die Windschutzscheibe, die mit dem Panoramadach eine Einheit bildet.
Bugatti (links) Die VW-Tochter aus Frankreich ist ausgelastet für ein ganzes Jahr. Präsentiert wurde der neue EB 16.4 Veyron Pur Sang zusammen mit Pink Floyd. Die 1000 PS der Luxusklasse kosten etwa 1,4 Mio. Euro.
Lamborghini (mitte)Der Reventòn als Designerstück in einer Auflage von 20 Exemplaren kennt keine Vergleiche. Ähnlichkeiten mit einem modernen Kampfjet sind offensichtlich. Unter der langen Motorhaube steckt ein Zwölfzylinder mit mindestens 640 PS, der das Fahrzeug in 3,4 Sekunden auf 100 km/h bringt bei einer Höchstgeschwindigkeit von 340 km/h. Im Innenraum hat der Fahrer, wie beim Flugzeug, das Instrumentenbrett als Flüssigkristall-Flachbildschirme. Dass ein Auto dieser Extremklasse noch Stunden nach der Präsentation dicht umlagert war und die Damen sich vor diesem Gefährt besonders gern fotografieren ließen, wundert wohl niemanden. Bently (rechts) Das Continental GT Speed Coupé ist mit 610 PS der leistungsstärkste Bentley, der jemals gebaut wurde und mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 4,6 sec auch der schnellste. Volkswagen-Nutzfahrzeuge
Die Weltpremiere des Caddy Maxi soll eine Verschmelzung sein zwischen Transporter und Van mit einem Ladevolumen bis zu 4.200 Litern
Aktionäre und institutionelle Anleger sollten in der nächsten Zeit ihr Augenmerk auf Europas größtes Automobilwerk richten und den Kurs der VW-Aktie verfolgen. Manager magazin belohnt Transparenz Hat sich der Stellenwert des Geschäftsberichtes verändert oder der des Rankings? Die Beteiligung am Festakt am 5.9.07 in Frankfurt am Main ist ein Indiz: Trafen sich vor Jahren 300 Teilnehmer und darunter viele hochkarätige Vertreter aus den Unternehmen, so schrumpfte der Kreis auf rund 175, wovon 20% Agenturen und Verlage stellten. Nur 2/3 der DAXe, die Taktgeber des Wetbewerbes, waren präsent. Ist das Lernziel des Wettbewerbs heute erreicht? Betrachtet man die Top Ten, so zeichnet sich davon die Mehrzahl nach wie vor durch ihre aufwendige grafische Gestaltung aus. Dass davon vier auch ein anderes aktuelles Ranking - nämlich das der Produktionskosten - als teuerste Hefte anführen, sollte nicht wundern. Auf die Frage aus den Unternehmen, wohin die Reise geht, gab es weniger denn je Antworten. Der Finanzmarkt diktiert heute die Regeln für Inhalte und Fristen, das engt den Spielraum und den Spieltrieb der Macher enorm ein. August 2007 Beste IR-Arbeit deutscher Unternehmen Im Juli 2007 hat das Londoner Forschungsinstitut Institutional Investor Research Group (IIRG) in einer Studie für das Handelsblatt die Investor Relations-Arbeit von mehr als 150 deutschen Unternehmen untersucht. Über 300 Analysten und institutionelle Investoren aus 50 führenden Investmentbanken und Brokerhäusern waren beteiligt. In der Studie wird die Investor Relations-Arbeit quer über alle Schlüsselkriterien erfolgreicher IR-Kommunikation untersucht. Wesentlich für eine erfolgreiche Kapitalmarktkommunikation aus Sicht der Analysten ist der direkte "Draht" zum Vorstand, die sogenannten "one-on-ones". Die Transparenz und Qualität der Finanzberichterstattung sowie die Schnelligkeit in der Bearbeitung von Anfragen bringt ebenfalls Punkte. RWE belegt in der aktuellen Studie Platz 1 und erhält damit zum dritten Mal in Folge die Bestnoten für seine Investor Relations-Arbeit. Weitere Toppositionen erreichen die Unternehmen E.ON (Rang 2), BMW (Rang 3), SAP (Rang 4) und Allianz (Rang 5). Auch im Vergleich zu ihren europäischen Wettbewerbern liegen diese Unternehmen auf den vordersten Plätzen. Mit Rang 15 schneidet Lanxess als bester MDAX-Wert ab.
Branchenspezifisch lässt die Studie folgende Beurteilung zu: Die führenden Energiekonzerne in Deutschland sind auch führend in der Kapitalmarkt-kommunikation. Mit BMW (Rang 3), Volkswagen (Rang 8) und Daimler-Chrysler (Rang 11) stehen auch die deutschen Automobilkonzerne für eine gute Investor Relations-Arbeit. Rhein-Ruhr-Gebiet und Großraum München auf Wachstumskurs In einer Standortanalyse hat das Handelsblatt mit dem IWP und der Unternehmensberatung Wymann Unternehmen der Börsenindizes DAX 30, MDAX, SDAX und TecDAX untersucht. Ergebnis: In Deutschland erfolgt eine Agglomeration der Wirtschaft in 6 Regionen.
Klare Gewinner der Standortanalyse sind das Rhein-Ruhr-Gebiet und der Großraum München mit jeweils 22 Firmensitzen. Die Nordrhein-Westfalen können mit gleich 8 DAX 30-Werten glänzen. Neben dem positiven Imageeffekt führt die hohe Konzentration von Top-Unternehmen zu einer Sog-Wirkung für die Region, z.B. durch die Ansiedlung von unternehmensnahen Dienstleistungen. Der Großraum München positioniert sich seit einigen Jahren als Zentrum für Biotechnologie und Medien. Klarer Verlierer ist das Rhein-Main-Gebiet. Durch den Verlust von Unternehmen wie Linde und Hoechst rangiert der Großraum Frankfurt mit 12 Firmensitzen nur noch auf Platz 3. Direktanlage in Aktien wieder steigend Steigenden Kurse im 1. Halbjahr 2007 (DAX30: von 6.957 auf 8.007 Punkte) haben die Anleger mobilisiert. Die Kursentwicklung hat nach Ansicht des DAI zwei gegenläufige Reaktionen ausgelöst:
März 2007 Der Avatar als Gast auf der CeBIT Wie jedes Jahr war es auch 2007 wieder unmöglich, sich auf der CeBIT einen guten Überblick zu verschaffen: 6.059 Aussteller in über 20 Hallen mit über 1.000 Foren, Vorträgen und Konferenzen. Oft zogen dabei häufig die größten Aussteller mit den aufwendigsten Kulissen die Aufmerksamkeit auf sich. In Halle 9 stellte das Bundesministerium für Bildung aus. Mit zahlreichen Mitausstellern vom Fraunhofer Institut über Siemens Network bis zum VDI Technologiezentrum zeigte das Ministerium, was aus wissenschaftlicher Sicht über die Technologieentwicklung zu sagen ist. Der Irlenkäuser-Communication-Partner Charamel zeigte dort seine besten Avatare. Auch wenn viele denken, die U.S.A. müsste in diesem Bereich Weltspitze sein, so stimmt das nicht: Die Avatare von Charamel aus Deutschland sind weitaus ausgereifter und kundenorientierter. Interessant: Wissenschaftliche Untersuchungen haben herausgefunden, dass die Akzeptanz der Avatare bei einem Nachbildungsgrad von 90 % am höchsten liegt. Wenn die Ähnlichkeit zum realen Menschen dann noch gesteigert werden soll, reagieren die meisten Betrachter aber aggressiv: Die Versuche, das menschliche Wesen darzustellen, sind technisch nicht möglich, das gescheiterte Nachahmen führt nur noch zu Spott. Hierbei muss bei der Beurteilung durch die Testpersonen natürlich noch der Lernprozess mit einbezogen werden, der in den kommenden Jahren in der Bevölkerung im Umgang mit den künstlichen Figuren einsetzen muss. Junge Menschen haben schon heute keinerlei Berührungsängste, bei den Älteren herrscht noch eine gewisse Skepsis. Januar 2007 Die richtigen Worte finden Dieses Jahr waren weder der Siemens-Vorstand noch der Aufsichtsratsvorsitzende auf der Hauptversammlung zu beneiden. Die negative Presse, das Aus von BenQ und die Bestechungsvorwürfe haben viele Aktionäre erregt und ihnen Angst gemacht: Wie soll es mit „ihrer“ Firma weitergehen? Die Herausforderung war da, mit Hilfe der Reden, neues Vertrauen zu schaffen, nicht nur, um entlastet zu werden, sondern auch um die Privataktionäre weiterhin an sich zu binden. Alle – auch und vor allem die Presse – waren gespannt, wie die Strategie sein würde – und wurden positiv überrascht. Denn es zeigte sich, dass sowohl Aufsichtsratsvorsitzender als auch Vorstandsvorsitzender ihre Hausaufgaben gemacht hatten und sich an die wichtigsten Regeln des Redenschreibens und –vortragens gehalten hatten:
Die richtigen Worte und deren gekonnte Präsentation sind daher für die Rede auf einer Hauptversammlung unerlässlich – zumindest, wenn sie erfolgreich sein soll. Start in die Hauptversammlungssaison HV ThyssenKrupp 19.1.2007 in Bochum Der Sturm Kyrill hatte an diesem Morgen auf den Straßen, vor allem in NRW, und bei der Bahn dafür gesorgt, dass viele Aktionäre verhindert waren, an der Hauptversammlung teilzunehmen. Auch die Tagesordnung sorgte für Wirbel im Versammlungssaal: Eine Reihe Kritiker votierten gegen die Entsendung von drei Aufsichtsratsmitgliedern durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, weil dadurch die Macht der Stiftung unverhältnismäßig vertreten sei. Der Corporate-Governance-Kodex würde damit von seinem Initiator und einem seiner strengsten Vertreter zu stark ausgedehnt. Dieses Thema hätten sicherlich gerne die Privataktionäre mit IR-Mitarbeitern diskutiert, doch ein eigener IR-Counter mit Informationsmaterial wurde vergeblich gesucht. Die vielen Redebeiträge zu diesem Thema überschatteten die überaus positiven Aspekte derHauptversammlung: Vorstandsvorsitzender Ekkehard Schulz konnte nämlich sehr gute Zahlen präsentieren: ThyssenKrupp hatte 2005 einen beachtlichen Gewinnsprung zu melden. Der Umsatz wurde um 1,3 Milliarden Euro gesteigert, die Dividende von 70 Cent auf einen Euro erhöht. Dazu erwartet das Unternehmen auch für dieses Jahr eine starke Gewinnsteigerung, so dass der Vorstandsvorsitzende ein Ergebnis von über 2,5 Milliarden Euro prognostizierte. Der Applaus wäre sicherlich stärker ausgefallen, wären mehr Privataktionäre präsent gewesen. Aber auch die verhaltene Vortrageweise trug dazu bei, dass die Resonanz verhalten ausfiel. Die reduzierte Teilnehmerzahl sollte im Sinne des Konzerns gewesen sein, hatte man doch im Vorfeld die Anmeldung auf Aktionäre ohne Begleitung beschränkt. Wer sich optisch einen Überblick über die Zukunftspläne von ThyssenKrupp machen wollte, war nicht allein auf die PowerPoint-Projektionen zu den Reden angewiesen. Im Obergeschoss des RuhrCongress zeigte eine kleine Ausstellung das geplante „Quartier“ in Essen in Form eines Modells und Skizzen. Die anwesenden Investoren hätten sich gerne überzeugen lassen, inwieweit sich durch den Neubau verkürzte Entscheidungswege und eine Optimierung der Verwaltungskosten ergeben. Der Aktionärstrend 2006 Das Jahr 2006 brachte der deutschen Wirtschaft den lange erhofften Umschwung: Während der DAX im Jahr 2005 noch bei durchschnittlich 4.500 Punkten stand, erreichte er zum Jahresende 2006 6.597 Punkte. Die Anstieg um 22 % hätte die Aktionäre entzücken müssen. Stattdessen sank deren Anzahl: Das Deutsche Aktieninstitut meldet einen Rückgang der reinen Aktionäre von –13,3 %, bei den Fonds- und Aktienanlegern von –7 %. Gründe dafür gibt es mehrere: Zum einen wird dem deutschen Aktionär ein zyklisches Verhalten nachgesagt: Das heißt, er verkauft seine Aktien, wenn er sieht, dass die Kurse steigen. Damit hofft er, einen guten Gewinn zu erzielen, bevor die Aktie wieder sinkt. Mag sein, der Schock des T-Aktien-Crashs sitzt tief. Aber auch das mangelnde Wissen des Kleinaktionärs über geschicktes Anlageverhalten spielt mit. Viele gehen auf Nummer Sicher mit Zinspapieren oder dem klassischen Sparbuch – hier kann das Kapital immerhin nicht verloren gehen. Dazu kommt auch, dass der Staat ab 2009 eine Abgeltungssteuer einzuführen plant, die das Aktiensparen unattraktiver machen wird. Wer bei Aktien an Altersvorsorge denkt, sieht die Börse nicht mehr als eine gute Investitionsmöglichkeit an. Zwar liegt die ermittelte durchschnittliche Jahresrendite für einen Langfristaktionär (20 Jahre) mit 6 % doppelt so hoch wie die eines Sparers mit einem Zinssatz von 3 %, doch wenn dieser Gewinn noch einmal besteuert wird, ist der Vorteil beinahe wieder ausradiert. Für die börsennotierten Unternehmen ist der Rückzug der Privataktionäre ein Risikosignal, dass ihr Eigenkapital schmilzt. Wird der Aktionär 2007 zum umworbenen Konsumenten, dessen Kapital gefragt ist? Unter schlechtem Stern eine erfolgreiche Hauptversammlung: Siemens
Die Spannung der Aktionäre wurde im Vorfeld von den Medien angeheizt, viele hatten angekündigt, den Aufsichtsrat nicht zu entlasten. Wie würde sich Siemens auf seiner Hauptversammlung in der Münchner Olympiahalle präsentieren bei der aktuellen Anhäufung von Problemfällen: die Insolvenz von BenQ, die hohe Kartellstrafe durch die EU-Kommission, die Bestechungsaffäre und dann die Erhöhung der Vorstandsgehälter? 24.000 Aktionäre sollen ihre Teilnahme angemeldet haben. Auch wenn es dann nur 12.000 waren, kritische Wortmeldungen könnten die Versammlung bis in die Nacht verlängern. Tatsächlich wurde die Redezeit mit fortschreitender Stunde immer weiter verkürzt, was für die Zuhörer eine Wohltat war, denn die Ausführungen wiederholten sich. Das Krisenmanagement für die HV funktionierte bei Siemens, und zwar von Anfang an. Gerhard Cromme, der Motor des Corporate Governance Kodex und bei Siemens Vorsitzender des Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats, sprach zwischen Aufsichtsratsvorsitzenden und Vorstandsvorsitzenden. Er erläuterte differenziert, beinahe streng, die Vorgehensweise des Kontrollgremiums und wie die renommierte U.S.-Kanzlei Deveboise & Plimpton die Untersuchungen der aktuellen Compliance Themen unterstützt. Damit nahm er vielen Kritikern, die der Kommission Befangenheit vorgeworfen hatten, den Wind aus den Segeln und ebnete den Weg für den Auftritt des Vorstandsvorsitzenden. Klaus Kleinfeld, ganz amerikanische Schule, setzte die Offensive fort. Auch er äußerte sich zu den Versäumnissen, Pannen und Fehlern und band sich selbst in die Verantwortung ein. Die Überleitung zur strahlenden Seite von Siemens gelang mühelos: sehr gute Umsatzzahlen (ein Plus von 12 Mrd. €) und positive Ausblicke (im ersten Quartal 2007 ein Anstieg des Betriebsergebnisses um 51 %) sorgten bei den aufmerksamen Zuhörern für Entspannung. Innovation, Forschung und Entwicklung, bei HV-Reden sonst nur ein Randthema, wurde heute konkret. Seine Rede wurde durch kurze informative Filmsequenzen inhaltlich geschickt gestützt. Der Beifall bestätigte diese Idee. Im weiten Rondell der Olympiahalle konnten die Aktionäre die Neuentwicklungen des Jahres life ansehen, darunter der 3D-Bildschirm und das Sonaton, mit dessen Hilfe man Aufnahmen vom schlagenden Herzen machen kann. Dass es keine offizielle Anlaufstelle für Privataktionäre gab, fiel in diesem gelungenen Kommunikationskonzept besonders defizitär auf. BIRD 2006: And the winners are... Für den BIRD 2006 hat Börse-Online bereits im vierten Jahr Privatanleger befragt, wie sie sich von der IR-Abteilung ihrer AG betreut fühlen. Dabei wurden 160 Unternehmen gemäß ihrem Börsensegment in drei Kategorien eingeteilt: Die „Blue Chips“ der DAX30, als „Mid-Caps“ die 50 MDAXe und 30 TecDAXe und weitere 50 SDAXe als „Small-Caps“. Bewertet wurde dabei vor allem, ob die Kommunikation glaubwürdig war, die Informationen verständlich präsentiert wurden und Anfragen schnell und klar beantwortet wurden. Deutlich verbessert sind vor allem die Ad-hoc-Mitteilungen und der Webauftritt. Klagte man vor einigen Jahren noch, dass News gar nicht herausgebracht oder schlecht aufzufinden seien, sind heute Video- und Audioübertragungen von Analysten-Konferenzen Standard. Das E-Mail hat auf der ganzen Linie gesiegt: Beinahe alle Unternehmen haben ihre Antwortzeiten gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. Das hatten die Privatanleger gar nicht erwartet. Eine Beantwortung ihrer Fragen taggleich wurde von vielen mit Staunen aufgenommen, hatten sie sich doch an Wartezeiten von 1 bis 2 Tagen gewöhnt. Mindestens 10 Nennungen waren die Basis für eine Bewertung – das schafften nur die Hälfte der AGs; selbst bei den DAX30 waren es nur 70%. Gewinner dei den „Blue Chips“ war die BMW AG, bei den „Mid-Caps“ die Deutsche EuroShop AG, und bei den „Small-Caps“ erhielt Fielmann die beste Bewertung. Die SDAX-Gewinner verzeichneten 2006 auch eine gute Kursentwicklung – wurde das Urteil der Aktionäre dadurch evtl. positiv beeinflusst? |