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Die Qualität der DAX-Hauptversammlungen nimmt zu Die DAX 30 Hauptversammlungen 2008 sind im Juni zu Ende gegangen. Wie sieht die Bilanz der Innovationen aus? In den letzten Jahren wurde immer wieder spekuliert, ob das Interesse am Besuch der Hauptversammlungen nachlassen würde. Das Gegenteil ist der Fall. Die HV-Präsenz der DAX-Konzerne hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. So stieg die Präsenz seit 2005 von gut 47 % auf fast 60 % an. Die technische Ausrichtung hat in dieser Zeit einen Stand erreicht, den man trotz Individualität der einzelnen AGs kaum noch überbieten kann. Sicher, es gibt immer noch die gleichen Schwächen. So sind die auf den Screen projizierten Tabellen während des Vortrags des Vorstandsvorsitzenden ab Saalmitte kaum oder nur sehr schwer lesbar. In dieser Beziehung hat die Barrierefreiheit noch keinen Einzug bei den Hauptversammlungen gefunden. Im Unterschied zu der Vorsorge für Rollstuhlfahrer, Sonderplätze für Teilnehmer mit Hörschwächen und speziell für Gebärdensprache. Die Qualität der Vorträge von Vorstandsvorsitzenden ist im letzten Jahr gestiegen, sowohl inhaltlich als auch in der Vortragstechnik. Dass aus juristischer Sicht Inhalt und Zahlen abgelesen und nicht frei vorgetragen werden, ist unvermeidlich. Gerade darum wäre der Einsatz eines Teleprompters von allen Vorstandsvorsitzenden zu erwarten, damit sie nicht 4o Minuten oder länger Kopfunter am Manuskript kleben. Die Chance, die anwesenden Aktionäre über das Unternehmen zu informieren, wird immer mehr genutzt. Hier werden Publikationen offeriert, die den Geschäftsbericht "unterfüttern", der in den letzten Jahren umfänglich stark ausgeweitet wurde. 300 Seiten sind heute keine Rarität mehr. Das Schielen auf einen Award, hier in Deutschland oder in USA, hat dabei zu einer optischen Standardisierung geführt, die kontrapoduktiv ist zur Authentizität des Unternehmens. Ob auch die Formulierung der Inhalte schon ihren Zenith erreicht hat, kann man bezweifeln, hier ist der Zeitfaktor für die Produktion Herrscher. Was im Markenartikelbereich durch Fragmentierung und Individualisierung neue Blüten erlebt, nämlich zielgruppengerecht zu kommunizieren, ist den Entwicklern und Gestaltern von Geschäftsberichten noch nicht wirklich angekommen angekommen. Die Gestalter verlieren sich zu oft in bunten Bildern, vielfach viel zu schwach fotografiert, um eine echte Zusatzbotschaft transportieren zu können, die dem Leser einen informativen Zusatznutzen verspricht. Was lesbar ist, von Ein- bis Vierspaltigkeit und Schriftgrößen von acht bis zwölf Punkt, scheint bei manchem Gestalter falsch eingeschätzt zu werden. Als Entscheidungshilfe für die Aktionäre zum Zeitpunkt der HV, wenn er schon Monate alt ist, verfehlt er jedenfalls sein Ziel. Investor Relations-Counter sieht man auf den Hauptversammlungen immer mehr. Ob sie angenommen werden, ist kritisch zu bewerten. Die Fragen sind in der Regel rein organisatorischer Art auf der einen Seite, die Auskünfte auf der anderen lassen mancherorts sogar guten Willen vermissen. Den aktuellen Aktienstand der HV einzusehen, ist nur bei wenigen HVs möglich. So bleiben beide Parteien auf ihrer Seite. Frauen in Vorstand und Aufsichtsrat deutscher Unternehmen sind - die Bühne bringt es an den Tag - nach wie vor rar. Selbst im Saal sind sie meist nur ein Anhängsel vom männlichen Aktionär. Die Optik trügt ja, denn 52 % der Frauen befassen sich mit Geldanlage und Altersvorsorge (Fidelity). Unverändert der Reiz der Give-aways: Lange Schlangen vor Ständen, wo es etwas umsonst gibt, Mitbringsel für Kinder und Enkel. Selbst bei Werteinheiten bis runter auf 50 Cent wartet der Aktionär geduldig, bis er rankommt. Die Wühltischszene verschreckt viele Veranstalter so, dass sie auf solche Gaben verzichten und teilweise das Geld lieber für soziale Zwecke spenden. Kein Zeichen von Begeisterung sind die Schlangen an den Essensausgaben. Der Unmut aus den Aktionärsreihen hat aber auch andere Ursachen: zum Beispiel, dass das Essen kontingentiert ist durch Bons oder dass es drei Jahre hintereinander das gleiche Essen gegeben habe. Die Wahrnehmung muss nicht mal stimmen, denn gerade beim Catering geben sich die meisten Unternehmen sehr großzügig, was ihnen selten gedankt wird. Die Dauer der HV zeigt eine weite Spanne: Bei zahlreichen Wortmeldungen dehnt sich die Veranstaltung schon mal bis in den späten Abend. Hier liegt es am Versammlungsleiter, was er bei den Aktionären bewirken kann. Als repressiv wird dabei die Redezeitbeschränkung angesehen, die allerdings sein einziges Instrument ist, das Geplaudere zu verkürzen. Als völlig unangemessen erscheint vielen Aktionären, die Redezeit stufenweise zu reduzieren von anfangs 15 Minuten auf 10 Minuten und ganz zum Schluss nur noch 5 Minuten. Der Hauptversammlungs-Tourismus kommt zusehends in eine kritische Phase, da mittlerweile viele parallel stattfinden. Im Mai 2008 lag der Gipfel bei 15 am selben Tag. Das Internet kann kein Ersatz sein: Der Aktionär möchte nämlich vor Ort sein, O-Ton hören, die Vorstände sehen und die Großveranstaltung persönlich miterleben. Zu den Abstimmungsergebnissen der Saison 2008 der DAX-Unternehmen einige Zahlen:
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