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BASF Hauptversammlung
am 6.Mai 2011 im Congress Center Rosengarten, Mannheim

6.500 Aktionäre und Besucher waren bei sehr gutem Wetter zur diesjährigen Hauptversammlung der BASF in das Congress Center Rosengarten in Mannheim gekommen, lockten doch gleich zwei herausragende Ereignisse:

Der Vorstandsvorsitzende, Dr. Jürgen Hambrecht, übergibt heute nach 8 Jahren an der Spitze den Marschall-Stab an seinen Nachfolger Dr. Kurt Bock (bisher Finanzvorstand). Gleichzeitig kann er verkünden, dass das Wirtschaftsjahr 2010 das beste in der langjährigen Geschichte der BASF war. Mit fast 64 Mrd. € Gesamtumsatz bei 109.140 Mitarbeitern weltweit ist das Ergebnis, das heute den Aktionären vorgestellt wurde, ein Rekord. Und auch der Dividendenvorschlag von 2,20 € kann sich sehen lassen.

2011 steht für die Branche unter einem besonderen Zeichen: Es ist das "Internationale Jahr der Chemie", ein Ansporn auch für BASF, den Erfolg des Spitzenjahres 2010 zu wiederholen, wenn nicht sogar zu übertreffen. Das 1. Quartal 2011 lieferte dafür eine Steilvorlage mit 19,4 Mrd. € (der Zwischenbericht lag im Foyer aus).

Die Presse spiegelte die Ambilanz des Tages wider:

FAZ: "Tränen für Hambrecht"und weiter:
"Eggert Voscherau, der AR-Vorsitzende, hatte davor gewarnt " Ich bitte alle Beteiligten auf Emotionalität zu verzichten", doch es hat nichts genutzt, das Aktionärstreffen geriet zur Dankesgala für den scheidenden Vorstandschef.

Süddeutsche Zeitung: "Die Hürde hochgelegt"
"Besser hätte es für den scheidenden BASF-Chef gar nicht kommen können. Zum Abschied konnte er den Chemiekonzern in guter Verfassung präsentieren und erntete von den Aktionären viel Beifall."

DIE WELT: "Starker Abgang für Konzernchef Hambrecht";
"Der scheidende Konzernlenker wartete auf der Hauptversammlung in Mannheim mit deutlichen Zuwächsen bei Gewinn und Umsatz im ersten Quartal auf. Nach acht Jahren an der Konzernspitze hinterlässt Hambrecht seinem Nachfolger Kurt Bock ein Unternehmen mit vollen Auftragsbüchern".

Der Tagespiegel: "Hambrecht geht, Bock kommt"
"Für Vorstandschef Jürgen Hambrecht ist es der letzte Tag auf dem Posten. Der 64jährige verabschiedet sich nach acht Jahren an der Spitze - in den vorläufigen Ruhestand".

Darmstädter Echo: "Chefwechsel bei BASF"
"Mit einer Gewinnsteigerung um 40% im ersten Quartal verabschiedete sich am Freitag BASF-Chef Jürgen Hambrecht aus der Führung des weltgrößten Chemiekonzerns bei der Hauptversammlung in Mannheim".

Stuttgarter Zeitung: "Ein Gewinnsprung zum Abschied"
"Es ist ein starker Abgang für Hambrecht, dessen großer Verdienst es ist, den Chemieriesen relativ unbeschadet durch die weltweite Wirtschaftskrise geführt zu haben. Der 1946 in Reutlingen geborene Hambrecht promovierte 1975 in Chemie an der Universität Tübingen. 1976 ist er zur BASF gegangen. 1985 wurde er Leiter Forschung und Einkauf des Bereiches Lacke und Farben. Fünf Jahre später leitete er den Bereich Technische Kunststoffe, 1985 ging er nach Hongkong als Ostasien-Chef. Seit 1997 war Hambrecht im BASF-Vorstand zuständig für Asien. Insbesondere die Zeit in Asien, habe ihn geprägt, sagt Hambrecht".

Handelsblatt: "Vom Außenseiter zum Marktführer": "Nach seiner achtjährigen Zeit an der Spitze von BASF zieht Jürgen Hambrecht eine überraschende Bilanz: Am meisten Spaß gemacht hat mir die Krise".

Berliner Zeitung: "Betriebswirt folgt auf Chemiker"
"Ohne Stallgeruch wird bei dem größten Chemiekonzern der Welt keiner Chef. Auf den Naturwissenschaftler Jürgen Hambrecht folgt der Betriebwirt Bock. Auch der künftige Konzernleiter, Kurt Bock, wurde in den eigenen Reihen gesucht und gefunden. Das Rüstzeug bringt er mit. Nach seinem BWL-Studium und Promotion, begann er seine Berufslaufbahn vor 26 Jahren bei BASF und blieb dem Konzern mit Ausnahme eines sechsjährigen Intermezzos beim Autozulieferer Bosch treu. Sein Stil ist zurückhaltender als der seines Vorgängers, was ihm im Dialog mit der Politik zum Vorteil gereichen wird. Dort hatte Hambrecht mit seiner forschen Art manch einen vor den Kopf gestoßen".

Das Mannheimer Congress Center ist mit der Hauptversammlung dieses Jahr hoffnungslos überfüllt: Die Aktionäre stehen auf Treppen und Aufgängen. Viele versuchen vergeblich, irgendwo einen Sitzplatz zu ergattern. Die Hauptversammlung beginnt pünktlich um 10:00 Uhr. Eggert Voscherau, AR-Vorsitzender und Versammlungsleiter, macht seine Sache gut. Bereits um 10:10 Uhr beginnt der noch amtierende Vorstandsvorsitzende mit seiner recht kurzen Rede. Er trägt vor, was das Jahr 2010 gebracht hat, leitet über zum 1.Quartal 2011, um dann die mit Spannung erwartete Danksagung vorzutragen. Dies hier ist sein letzter Auftritt vor den Aktionären als VV. 16mal Ovationen aus dem Saal bei einer Redelänge von nur 20 Minuten - das hat es wohl noch nie gegeben.

Das Catering für die Aktionäre ist etwas zurückhaltender: Zum Frühstück eine Brezel mit Kaffee oder Tee aus dem Becher, mittags Schnitzel oder Würstchen mit Kartoffelsalat, später dann noch Kuchen.

Die Informationen zum Konzern, seinen Leistungen werden auf 6 Displays präsentiert. Die Fotos und Texte sind dem Geschäftsbericht entnommen. Drei Segel mit Themen wie "Intelligente Lösungen für die Automobilindustrie" oder "Forschen für die Aufgaben von Morgen" oder "Wasser liebt Chemie", Schlüssellabore in Ludwigshafen runden das Informationsangebot ab.

Gegen Mittag wird die Präsenz bekannt gegeben, mit 45,1% schwächer als die Fülle der Teilnehmer hat vermuten lassen.

Die Abstimmungsergebnisse liegen - mit Ausnahme von Top 7 (Beschlussfassung über die Veränderung der Vergütung des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats und entsprechende Satzungsänderung mit einem Ergebnis von 96,82%) - alle über 99%. Ein meisterhaftes Ergebnis!

Was mag die nächste Hauptversammlung am 27. April 2012 bringen?