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Hauptversammlung der Bayer AG
Die Bayer-Aktionäre fühlen sich auf ihrer Hauptversammlung wie zu Hause - auch wenn die Versammlung in diesem Jahr ausnahmsweise nicht in Köln, sondern in Düsseldorf stattfindet. Im Veranstaltungssaal erwartet die Aktionäre das gewohnte Ambiente: Vorstand und Aufsichtsrat, dahinter das Bühnenbild mit dem breiten Screen, links und rechts davon Bildprojektionen an den Wänden. In der daneben liegenden Messehalle befindet sich das Catering, verbunden mit einer kleinen Ausstellung. Der Aufsichtsratsvorsitzende und Versammlungsleiter Dr. Manfred Schneider sowie der Vorstandsvorsitzende Werner Wenning geben sich souverän, in der Ausdrucksweise aber außerordentlich bodenständig.
Pünktlich um 10 Uhr begrüßt Dr. Manfred Schneider seine Aktionäre und Aktionärsvertreter. Er hat noch einige Tipps zum Ablauf der Veranstaltung und gibt das Wort bereits nach ein paar Minuten an den Vorstandsvorsitzenden.
Wenning beginnt den großen weltpolitischen Zirkelschlag mit der Bemerkung: "Es handelt sich um die schwerste globale Wirtschaftskrise, die unsere Generation zu bewältigen hat", bevor er das Rekordjahr 2008 Revue passieren lässt:
Bayer wird seine Forschungs-und Entwicklungsausgaben im laufenden Jahr auf 2,9 Milliarden Euro steigern. Die Forschungsaktivitäten wurden auf der Hauptversammlung in einer kleinen Ausstellung präsentiert. Die Idee ist gut, aber aus dieser Ausstellung hätte man sicher mehr machen können, ohne den Wettbewerbern zu viel zu zeigen. Hier wurden gute Chancen vertan.
Wenning weiter: "Innovation und Nachhaltigkeit gehören für uns zusammen - seit jeher. Darauf basiert das Geschäftsmodell unseres Unternehmens…. Deshalb lautet die Kernfrage: Auf welche Veränderungen in unseren globalen Märkten und in der Gesellschaft müssen wir uns in Zukunft einstellen? Allen voran auf eine wachsende Weltbevölkerung und den zunehmenden Bedarf an Nahrung und Gesundheitsleistungen. Jedes Jahr werden 80 Millionen Menschen mehr auf der Erde leben. Gleichzeitig wird die durchschnittliche Lebenserwartung allein in Deutschland bis 2050 um weitere sechs Jahre steigen. Vor 30 Jahren gab es rund 300 Menschen in Deutschland, die mehr als 100 Jahre alt waren. Heute sind es 10.000 und 2050 sollen es bereits 100.000 Mitmenschen in dieser Altersgruppe sein". Darauf will Bayer vorbereitet sein. Für das Gesamtjahr 2009 erwartet Bayer einen Konzernumsatz von etwa 32 Milliarden Euro. Die Nettofinanzverschuldung, die im März d.J. bei 14 Milliarden Euro lag, soll noch 2009 mit Blick auf die 10 Milliarden Euro Marke abgebaut werden. Um den Kontakt mit den Aktionären zu erleichtern, soll es eine Umstellung von Inhaberaktien auf Namensaktien geben, darüber ist heute zu entscheiden. Der Vorstandsvorsitzende konnte die Unternehmensziele so positiv formulieren, dass man die Aktionäre beim anschließenden Mittagessen intensiv diskutieren hörte, was bei HVs nicht unbedingt selbstverständlich ist. Generaldebatte, Themen waren u.a.:
Catering:
Zusammenfassung: Die Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft ist ein wichtiges Instrument, um Akzeptanz für die eigenen Leistungen in der Öffentlichkeit zu erreichen. In der Rede des Vorstandsvorsitzenden Werner Wenning kam dies auch sehr gut zum Ausdruck. Umso enttäuschender war die Resonanz in der Presse am darauf folgenden Tag. Als Aktionär hätte man sich eine umfangreichere Berichterstattung gewünscht. Vielleicht waren die Unternehmenszahlen zu positiv - ist doch die Presse aktuell eher an Negativschlagzeilen interessiert. Eventuell hätte Bayer - bei aller Bodenständigkeit - noch mehr Selbstbewusstsein an den Tag legen müssen. Die Zahlen für das Rekordjahr 2008 hätten das hergegeben. Die nächste Hauptversammlung findet am 30.04.2010 in Köln statt.
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