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Presseheadlines | |||
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58. Hauptversammlung Bayer AG am 30.04.2010 in Köln
Die weiträumig ausgerichtete Hauptversammlung ist für den Großteil der Aktionäre Standard: "Bayer lässt sich das Event jedes Jahr etwas kosten", erzählen die Besucher. Mit gespannter Aufmerksamkeit hören die Aktionäre, was ihr Vorstandsvorsitzender Werner Wenning zu sagen hat, "schließlich versteht man ja etwas vom Geschäft", schmunzeln die vielen Ex-Mitarbeiter des Konzerns. Am nächsten Tag wird man in den Tageszeitungen den Kommentar der angereisten Journalisten nachlesen (siehe nebenstehender Kasten). Die Rede von Wenning, 19 Manuskriptseiten stark, gehört in die Rubrik der üblichen, gut getexteten Schreibe – leider nicht mehr. Kaum eine persönliche Randbemerkung oder ein freundliches Wort an das Publikum. Acht Jahre Vorstandsvorsitzender, das hat abgeschliffen. Trotzdem, die Aktionäre sind zufrieden. Das Unternehmen ist gut aus der Wirtschaftskrise herausgekommen. So stieg der Konzern-Umsatz um 5,3 % auf 8,3 Mrd. € und das Konzern-Ergebnis auf 0,7 Mrd. € bei einer Steigerung von 63,1 %. Der Vorschlag, die Dividende unverändert auf einer Höhe von 1,40 € zu halten, fand die Zustimmung der Aktionäre, wenngleich Aktionärsvertreter eine höhere Ausschüttung als machbar angesehen hatten. Der Aufsichtsratsvorsitzende Schneider würdigte, nachdem sich Wenning in seinen Schlussworten von den Aktionären verabschiedet hatte (dies ist seine letzte HV bei Bayer), die Leistungen eines Mannes, der 44 Jahre dem Konzern gedient hat. Auch Schneider findet dabei keine persönlichen Worte, kein Detail aus dem Arbeitsleben des Mannes, der so viel für das Unternehmen getan hat. Warum fällt die Würdigung eines Arbeitslebens so blass aus? Die ausführliche Generaldebatte beginnt gegen 11:30 Uhr. Und schon starten die ersten Aktionäre auf den Weg zu den Catering-Stationen. Das Leibgericht der Aktionäre - Bockwürstchen, Frikadellen und Brötchen - gibt es in Hülle und Fülle. Diese Verköstigung ist nicht nur preiswert, sondern auch praktisch, weil sie keine hohen Anforderungen an die Mobilität der Aktionäre stellt. Nach der Stärkung machen sich die Besucher auf den Weg zu einem Rundgang. Rund um ein groß angelegtes Rondell werden auf mannshohen Plakaten Informationen zur Nachhaltigkeit präsentiert:
Den Geschäftsbericht in Deutsch oder Englisch können sich die Aktionäre auch nach Hause schicken lassen. Ein komfortables Angebot: mit 1kg und 64 Gramm ist er ein Schwergewicht. Wer ihn vor Ort durchblättert, findet einen lesbaren und gut bebilderten GB vor. Im üppigen "Magazinteil", allein 38 Seiten stark, erhält er eine Fülle an Nachrichten und Informationen rund um das Bayer-Geschäft, sofort dahinter die "Highlights". Den Konzernabschluss im GB kann man im Saaldunkel mit dem Daumen tasten: Eine Stanze zum Soforteinstieg von Seite 136 – 251, eine Meisterleistung für den Finanz-Aktionär für ein Wochenendstudium zu Hause. Von Analysten seit langem gefordert: Tabellenköpfe farbig unterlegt, erhöhen die Lesequalität auch für Aktionäre. Hier gut gelöst. Die durchgängige Schriftgröße mag für die meisten Leser ausreichend sein, die Texte bei einer Zeilenlänge von 13 cm übersteigt aber das Zumutbare bei Weitem, denn beim Lesen kann das Auge die Zeile nicht mehr ohne den Gebrauch des Zeigefingers halten. Hilfsinformationen wie "Glossar" und "Stichwortverzeichnis" erleichtern umständliches Suchen und schulen das Fachwissen des Laien. Das Thema "Frauen in den Vorstand" steht in dieser Saison im Fokus der Wortmeldungen. Auch bei Bayer. Durch die Penetranz der Öffentlichkeit dringt diese Intention langsam in das Bewusstsein der Entscheider. Aber eine Frauenquote, wie von manchen gefordert, hilft wenig, denn im Management sind qualifizierte Frauen noch immer schwach vertreten.
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