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Presseheadlines | |||
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Hauptversammlung Commerzbank AG, 19.5.2010 Ungewöhnlich an dieser Hauptversammlung sind die Redebeiträge von Aktionärsvertretern und Aktionären. Die Rede des Vorstandsvorsitzenden Blessing wirkt dagegen auffällig blass. Zu den Milliardenverlusten der Bank im letzten Jahr hätte es eine überzeugende Antwort für die Zuhörer gebraucht. Das zentrale Thema ist der Kauf der Dresdner Bank. "Die Verschmelzung der beiden Großbanken verschlang viele Milliarden Euro", so ein Aktionär. Das neue Vergütungssystem des Vorstands war das zweite Reizthema, auch wenn der Vorschlag mit 97 % glatt durchlief. Toxische Wertpapiere bei der Commerzbank - ein weiteres Thema - sollten erläutert und beziffert werden: Was war mit dem Risikovorstand Hartmann, der gehen musste, man will Hintergründe. Die Aggression der Redner findet kein Ende. Blessing wird von vielen Redner zum Schuldigen gestempelt. Es fallen böse Bezeichnungen: "Selbstüberschätzung, Größenwahn, Selbstberauschung, Ankündigungsweltmeister, Quacksalber, personifizierte Unfähigkeit, dilletantischer Traumtänzer, betriebswirtschaftlicher Geisterfahrer" u.a. "Die Arbeit von Blessing verdient eine Rote Karte", "Er ist Abstiegskandidat." Die Schlagzeilen der Medien am Folgetag sprechen Bände. Dabei bemühte sich das Unternehmen sehr mit einem Berg an gedruckten Informationen um den Eindruck von Transparenz:
Die Ausgestaltung der diesjährigen Hauptversammlung signalisierte neue Bescheidenheit. "Niedriger Kurs, keine Dividende, kein Highlights in Sicht - das Bühnenbild entspricht", so ein Aktionär, "weitestgehend dieser Situation". Die Charts sind nicht von allen Plätzen lesbar, ein bekanntes Problem der HVs. Die Töchter der Commerzbank treten auf dieser Hauptversammlung nicht auf. Angesichts des guten Standings der Offenen Immobilienfonds hätte die Bank mit ihrem Fonds HAUSINVEST punkten können. Schade. Dicker denn je ist der Geschäftsbericht zwar, aber seiner grafischen Gestaltung fehlt es an Ideen oder dem Willen. Die 1-spaltigenTexte, blattlang, z.T. ohne Absätze (s. Seite 72 u.a.) sind mühsam lesbar. Sind die Satzgestalter nicht vertraut mit dem Leseverhalten von Aktionären? Dass langweilige Optik und schlechte Lesbarkeit kein Spiegelbild der Bank sind, merkt man erst, wenn man sich trotzdem mit dem Inhalt beschäftigt. Lässt man die Beschimpfung der Aktionäre außen vor, ist die Gesamtleistung der Bank gar nicht schlecht. Schlecht ist nur die Art, wie sie sich auf dieser Hauptversammlung verkauft. Die Milliardenverluste sind für die Aktionäre das Schlimmste, was ihrer Aktie passieren konnte; dass aber so wenig handfeste Zukunft von der Bank vorgetragen wurde, wiegt mindestens so schlimm. Dabei hatte sich der Aufsichtsratsvorsitzende Müller offenkundig bemüht, die kochende Aktionärsseele immer wieder zu beruhigen, eine besondere Leistung. Alle hoffen, dass sich die Commerzbank im nächsten Jahr professioneller darstellen wird.
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