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Viele freie Stühle bei der Degussa-Hauptversammlung am 4.5.2005 in Düsseldorf
 Wenn Privataktionäre so gut vorinformiert sein könnten wie die Großaktionäre E.ON und RAG, hätten sie zufrieden von der diesjährigen Hauptversammlung nach Hause gehen können. Die Atmosphäre war ruhig, die Besucher wurden gut versorgt – aber der Blick hinter die Kulissen durch werthaltige, einprägsame Informationen wurde nicht freiwillig gewährt.
Die Firmenidentität wurde mit der Hausfarbe Blau kommuniziert. Dass Degussa weltweit die Nummer 1 in der Spezialchemie ist, konnte man an den Bildern aus dem Geschäftsbericht nicht festmachen: der rote Teppich für den Kunden, die ruhige Hand des Kapitäns, der liebevolle Blick auf wachsende Pflänzchen – wo erkennt der Aktionär hier das Zukunftspotenzial seines Chemieunternehmens?
 Die Kernthemen der Degussa wurden im Vortrag des Vorstandsvorsitzenden durchaus anschaulich dargestellt. Was in den Degussa-Projekthäusern passiert, ist spannende Zukunftstechnologie und zugleich wichtig für die Interessenlage der Investoren: hier wird Forschung in Produkte umgesetzt. Davon hätte man als Besucher vor Ort gerne zumindest ein konkretes Beispiel gesehen. Auch die großen Pläne in China hätte man konkretisieren können. Die Sorge der Aktionäre, ihre Degussa bald als Firmenbestandteil eines der Großaktionäre wieder zu finden, wurde durch die sparsame Ausstattung der Hauptversammlung mit Informationen eher noch bestärkt. Auch im Internet fand nur eine schmale Übertragung statt.
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