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Ideen aus Deutschland

 Daten zur HV
 Deutsche Bank AG
 Hauptversammlung: Festsaal Frankfurter Messe, Frankfurt am 24.05.2007
 Operatives Ergebnis 2006: 28,3 Mrd. €
 Mitarbeiter 2006: 68.849
 Anwesende Aktionäre: 4.900
 Kapitalpräsenz: 42,53 %
 Dividende: 4,00 €




Die Medien hatten es angekündigt, und genauso kam es: Die Thematik Leo Kirch spielte eine große Rolle auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank. Jeder konnte sich im Vorfeld ausmalen, wie die Bank darauf reagieren würde.

Weniger transparent war ein anderes Thema, das Sprengkraft bewies, nämlich die Wahl von Clemens Börsig zum Aufsichtsratsvorsitzenden und damit Versammlungsleiter der heutigen HV. Eine beim Landgericht anhängige Anfechtungsklage seiner Wahl war zum heutigen Tag nicht vom Tisch, so dass sich Börsig durch das Aufsichtsratsmitglied Hartmann so lange vertreten ließ, bis ihn eine sofortige erneute Wahl zum AR-Vorsitzenden bestätigte. Um 15:15 Uhr liegt, nach vielen Wortmeldungen, das Ergebnis vor: Clemens Börsig ist mit 98,04 % gewählt. Damit übernimmt er ab sofort wieder die Leitung der HV.

Wie man trotz solchen kritischen Situationen eine Hauptversammlung souverän meistert, demonstrierte die Deutsche Bank. Die exzellenten wirtschaftlichen Erfolge - die Dividende von 4 €, eine Steigerung der Aktie von 88 Euro auf heute 112 Euro - nahmen der üblichen Forderung den Wind aus den Segeln.



Das großzügige Bühnenbild hinter Vorstand und Aufsichtsrat zählt zweifelsfrei zu den stärksten Eindrücken des Aktionärs, wenn er den Festsaal der Frankfurter Messe betritt. Der niedrige Aufbau vermeidet die übliche Abgrenzung gegenüber dem Saal. Die Bank ist nicht nur nahe an ihren Kunden, sondern auch an ihren Aktionären.

Die Rede des Vorstandsvorsitzenden bringt die Stärken von Ackermann zur Geltung: er spricht ruhig, zurückhaltend, doch hin und wieder bewusst emotional. Diese Differenzierung nimmt das Publikum sehr wohl wahr. Alle Blicke sind auf die große Leinwand hinter Vorstand und Aufsichtsrat gerichtet, damit keine Regung des Sprechers entgeht. Jeder spürt: dieser Mann meint, was er sagt. Die Inhalte der Rede hätten sicher etwas plastischer sein dürfen für diesen Zuhörerkreis, bis zum Ende seiner Amtszeit 2010 hat Josef Ackermann noch mehrere Gelegenheiten, an dieser Stelle verständlicher zu werden.

Damit die Qualität seiner Rede angemessen in die Restaurationsräume und Flure übertragen wird, sind allerdings größere Bildschirme oder Projektionen, die die Entfernung zwischen Aktionär und Monitor überbrücken, nötig.

Information fand keineswegs nur auf der Bühne statt: Allein 23 Broschüren und Prospekte lagen zur Mitnahme bereit: Von der "RiesterRente Premium" bis zu "Entdecken Sie die Vorteile der Deutschen Bank" gab es reichlich Lese- und Informationsstoff. Auch dieses Jahr wurde das Buch "365 Ideen aus Deutschland, die jeder kennen sollte" kostenlos angeboten, initiiert vom Bundespräsidenten Horst Köhler, gesponsert von der Deutsche Bank.

Wer einmal auf Augenhöhe mit einem Vorstand sein wollte, hatte hier und heute eine Chance: die Abstimm- und Auswertungszeiten boten reichlich Gelegenheit, den Herren näher zu kommen, und wer sich nicht scheute, konnte jene, die von der Bühne kamen, direkt ansprechen. Dass VV Ackermann sich in den Pausen mit ganz jungen Mitarbeitern seines Hauses vor der Bühne wiederholt fotografieren ließ, brachte das Bild vom "arroganten Vorstand" ins Wanken.

Das drei Meter große Display des Logos der Deutschen Bank diente als Kulisse für Fotoaufnahmen. Fotograf und Kamera standen bereit. Und es waren nicht nur die jungen Leute, die sich für ein Foto präsentierten. Das Erinnerungsfoto konnte man im Passepartout mitnehmen - das war sicherlich manchem mehr wert als jede Broschüre. Noch ein weiterer Service: Der Counter für Reiseinformationen per Bahn und Flug war ständig gut besucht. Und wer nach der HV die Stadt Frankfurt ansehen wollte, konnte sich dafür hier Anregungen holen.

Dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis zum Schluss der Veranstaltung ihr freundliches Auftreten beibehielten, fiel den wenigen verbliebenen Aktionären besonders auf und war ein eigenes Thema auf dem Vorplatz vor der Halle.