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Hauptversammlung Deutsche Bank

 Hauptversammlung Deutsche Bank
Datum: 26. Mai 2009, 10:00 - 22:00 Uhr
Ort: Frankfurt, Festhalle
Aktionäre u. Aktionärsvertreter: rd. 6.000
Bilanzsumme (31.12.2008): 2.202 Mrd. Euro
Niederlassungen weltweit: 1.981
Mitarbeiter (31.12.2008): rd. 80.500
Präsenz auf der HV: 41.42 %


6000 Aktionäre, die Festhalle ist fast gefüllt, als der Aufsichtsratsvorsitzende und Versammlungsleiter Dr. Clemens Börsig die diesjährige Hauptversammlung eröffnet. Vorausgegangen waren in der morgendlichen Pressedarstellung Auseinandersetzungen zwischen dem AR-Vorsitzenden Börsig und Vorstandsvorsitzenden Dr. Josef Ackermann. Gespannt warteten die angereisten Gäste darauf, was passieren würde. Um die Spitze aus der Auseinandersetzung zu kappen, hatte man AR-Mitglied Todenhöfer gebeten Börsig das Vertrauen des Aufsichtsrates vor den Aktionären auszusprechen. Diesem Wunsch kam Todenhöfer nach, mit magerem Erfolg. Die Berichterstattung hat Börsig offensichtlich geschadet, Ackermann nicht.



Rede des Vorstandsvorsitzenden Dr. Josef Ackermann:
Während der 52- minütigen Rede des Vorstandsvorsitzenden klatschten die Aktionäre regelmäßig Beifall, was in der aktuellen HV-Saison eher selten vorkommt. Der Vortrag hatte es aber auch in sich - der weltpolitische Zirkelschlag gelang. Für das Eingeständnis der eigenen Hilflosigkeit gab es viele Pluspunkte bei den Zuhörern. Dass die Aktie in der letzten Zeit wieder beharrlich anstieg, motivierte die Aktionäre.

In der anschließenden Generaldebatte mit rund 50 Rednern ging es zum Teil hoch her.

Einige Themen
  • Abkauf von Lästigkeitswerten
  • Unklare Verlustmengen, in der Presse unterschiedliche Werte
  • Stolz auf Vorstand und Mitarbeiter
  • Bezüge der Vorstände zu hoch
  • Eigenhandel, was ist für die Zukunft gedacht?
  • Spielcasino in USA, Frage nach Wertberichtigung
  • Nichts als Fragezeichen beim Studium des Geschäftsberichtes, Geschäftsbericht muss lesbarer werden
  • Eliten nehmen ihre Aufgabe als Vorbildfunktion nicht ernst genug
  • Thema Bad-Banks und toxische Wertpapiere
  • Antrag auf Einzelabstimmung
  • usw.


Informationsstände
Neben den aus den letzten Jahren bekannten Informationsständen war zusätzlich ein Stand der Berliner Philharmonie in ungewohnter Dekoration (siehe Foto) aufgebaut. Per Kopfhörer konnten sich die Aktionäre ein Konzert anhören. Schade, dass man die Aufnahmen nicht kaufen konnte. An allen Ständen (siehe Foto) präsentierte das geschulte Personal interessante Inhalte und stand für Fragen der Aktionäre zur Verfügung.



Catering
Morgens:
  • Belegte Brötchen
Mittags:
  • Tortellini gefüllt mit Ricotta in Kräutersauce
  • Frankfurter Würstchen
  • Brötchen
Nachmittags:
  • Blechkuchen
Getränke nach Wunsch




Literatur
Lesehungrige Aktionäre waren an diesem Tag gut bedient. Der Besuch einer Hauptversammlung lohnt - wie hier bei der Deutschen Bank AG. Über 15 Publikationen zum Mitnehmen! (Auszug)



 Abstimmungsergebnisse:
 TOP 2: Verwendung des Bilanzgewinns 99,79%
 TOP 3: Entlastung des Vorstands (Einzelentlastung) 98,95%
 TOP 4: Entlastung des Aufsichtrats (Einzelentlastung) 98,92%
 TOP 5: Wahl des Abschlussprüfers 97,80%
 TOP 6: Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien usw. 88,71%
 TOP 7: Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien usw 94,79%
 TOP 8: Satzungsänderung betreffend Anmeldefrist zur HV 98,96%
 TOP 9: Satzungsänderung zur Anpassung an .... usw. (ARUG) 99,22%
 TOP 10: Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals .... usw. 84,18%
 TOP 11: Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals .... usw. 80,51%
 TOP 12: Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals .... usw. 88,22%
 TOP 13: Ermächtigung zur Ausgabe von Optionsscheinen .... usw. 84,69%


Zusammenfassung:
Der Veranstalter hatte sich außerordentlich viel Mühe mit der Ausgestaltung der Hauptversammlung gegeben. Bereits beim Betreten der Versammlungshalle wurden die Besucher mit Informationsspots unterhalten. Der große Screen hinter Vorstand und Aufsichtsrat demonstrierte den Leistungswillen der Bank. Etwas zu penetrant die Werbesprüche. Bei Broschüren möglicherweise angebracht, auf einer Hauptversammlung nicht sinnvoll. Die Elitebank begibt sich auf Aktionärsniveau, da kann man gar nicht feinfühlig genug sein. Das Engagement der jüngeren Bankmitarbeiter gegenüber den Besuchern war gut und vielfach sogar herzlich.