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Pfiffe nur von draußen: Ruhige Stimmung auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank
Die in der Kritik stehende Bank verpasste am 18. Mai 2005 in Frankfurt die Gelegenheit, den Aktionären ein anderes Bild vom Konzern zu vermitteln.
 Auffallend leise war die Atmosphäre beim Aktionärstreffen der Deutschen Bank, in den Foyers wie auch im repräsentativen Kuppelsaal der Frankfurter Festhalle auf dem Messegelände; die Ruhe fiel vor allem im Kontrast zu den Trillerpfeifen der Verdi-Kundgebung vor dem Eingang auf. Die Bank und ihr Vorstand sind in die Schlagzeilen geraten, ihre Öffentlichkeitsarbeit stand auch bei den Aktionärssprechern in der Kritik. Vor diesem Hintergrund ist eine Hauptversammlung auch als Plattform zu sehen, auf der sich ein angegriffenes Unternehmen rechtfertigen kann; hier hat es die Chance, den grundsätzlich wohlmeinenden Aktionären aktiv ein anderes Bild als das in den Medien zu vermitteln.
 Doch die Deutsche Bank ging nur in den Reden auf die aktuellen Diskussionen ein. Liegt das an der vornehmen Diskretion des Bankgeschäftes, die sich auch in einer so zurückhaltenden Kommunikation auf der Hauptversammlung auswirkt? Informationen gab es nur in Form von Geschäftsbericht und einigen Broschüren, die weißen Wände der Flure blieben blank. Informationen zur Aktie? Ein Investor-Relations-Stand? Ein bisschen „Bank zum Anfassen“? Vielleicht ein paar Beispiele aus den vielfältigen Sponsoring-Aktivitäten der Bank? Oder eine Präsentation der preisgekrönten Homepage der Deutschen Bank? Viele Ansatzpunkte lagen in der Luft, um Kommunikationskompetenz nachzuweisen.
Umgekehrt wollte das Unternehmen allerdings einiges von seinen Aktionären erfahren. An Touchscreen-Terminals warteten über 50 Fragen auf Beantwortung. Nach der Auswertung wird die Deutsche Bank dann genauer über den Informationsstand und die Wünsche ihrer Aktionäre Bescheid wissen; auch Vorschläge zur Verbesserung der Hauptversammlung durften abgegeben werden. Die Befragung vom Vorjahr blieb allerdings ein Geheimnis der Bank.
 Negative Schlagzeilen haben die Deutsche Bank empfindlich gemacht; der Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann ist mit seinem Victory-Zeichen in der deutschen Öffentlichkeit zum Sinnbild des gierigen Managers geworden, der auf gesellschaftliche Verantwortung pfeift und keinen Draht zu den Sorgen der kleinen Leute hat. Berechtigt oder nicht, die Aktionärssprecher geißelten, dass die Bank es so weit kommen ließ und so wenig dagegen unternommen hat. Die Hauptversammlung hätte eine Plattform für den offenen Dialog mit Aktionären und Medien sein können. Doch vielleicht helfen die Daten aus der Aktionärsbefragung schön früher, in den kommenden Monaten die Initiative zurückzugewinnen.
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