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Wiedergefundene Harmonie auf der Deutsche-Bank-Hauptversammlung
Daten zur HV
Deutsche Bank AG
Hauptversammlung: in Frankfurt am 1.6.2006
Bilanzsumme 2005: 992.161 Mio. €
Mitarbeiter 2005 zum Jahresende: 63.427
Anwesende Aktionäre: ca. 5.000
Kapitalpräsenz: 40,67%
Dividende: 2,50 € je Aktie
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Vom Dauerclinch mit den Kirch-Anwälten kommt die Deutsche Bank nicht los. Abgesehen davon aber war die Zufriedenheit der Aktionäre mit ihrem Unternehmen 2006 sehr viel höher als noch im Vorjahr: Der Gewinn ist gestiegen, der Aktienkurs ebenfalls, und auch die Dividende wurde von 1,70 auf 2,50 € erhöht. Nachdem Rolf-E. Breuer den Aufsichtsratsvorsitz an den bisherigen Finanzvorstand Clemens Börsig abgegeben hat und auf dieser Hauptversammlung auch nicht mehr anwesend war, hatten die kritischen Aktionäre ihre Reizfigur nicht mehr vor Augen. Die Anwälte von Leo Kirch, der mit der Deutschen Bank im Rechtsstreit liegt, ließen dennoch eine Stunde lang ihre Fragelitaneien auf die HV-Besucher niederprasseln. Das – und auch der Einzelantrag, den neuen Aufsichtsratschef Börsig als Versammlungsleiter abzuwählen – wurde von den meisten anwesenden Aktionären als Störung empfunden. Die Mahnungen von Börsig, sich kurz zu fassen, bekamen jedes Mal Applaus. Der Versammlungsleiter verkürzte die Redezeit später auf 10 Minuten, dennoch zog sich die Hauptversammlung durch die vielen Redner zum Kirch-Thema in die Länge.
 Der Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann sorgte mit seinem Auftritt zunächst für versöhnliche Stimmung unter den Aktionären. Strahlend präsentierte er die Trophäe der International Financing Review, mit der die Bank zur besten Investmentbank 2005 gekürt worden war. In seiner Rede nannte er glänzende Geschäftszahlen und machte den Aktionären Hoffnung auf ein weiteres gutes Jahr mit steigenden Dividenden. Im Fall Grundbesitz-Invest (die Bank musste Anlegern nach der Schließung des Immobilienfonds Ausgleichszahlungen leisten) gestand er ein, den Zahlungen nur notgedrungen zugestimmt zu haben. „Kommunikationsdesaster“, schimpften Aktionärsvertreter später. Doch insgesamt war der Auftritt des Konzernchefs ein Erfolg, die Aktionäre spendeten auch viel Lob.
Die Deutsche Bank ist bestrebt, ihre Aktionäre kennen zu lernen, ihre Meinung zu erfahren. Auf der Hauptversammlung konnten Aktionäre wie im letzten Jahr an einer detaillierten Umfrage teilnehmen: An Touchscreens wurden sie durch umfangreiche Fragelisten geführt und konnten Meinungen und Wünsche zur HV zu Protokoll geben. Nur schade, dass die Ergebnisse dieser Umfragen nur intern genutzt werden – gern hätten die Teilnehmer erfahren, wie die letztjährigen Antworten ausgefallen sind. Auch im Internet zeigt sich die Bank interessiert an der Wertung ihrer Investoren: Eine Online-Abstimmung hält laufend fest, ob die Besucher der Investor-Relations-Seite den Kauf der Deutsche-Bank-Aktie empfehlen würden. Für nächstes Jahr kündigt die IR-Abteilung schon jetzt an, die Hauptversammlung vollständig im Internet zu übertragen. Damit würde die Deutsche Bank zu den Vorreitern in diesem Bereich gehören.
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