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Daten zur HV | |||
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Spannungsgeladene Hauptversammlung in Frankfurt
Deutsche Börse um Entschärfung bemüht: Aktionäre der Deutschen Börse erlebten am 25.5.2005 keinen offenen Schlagabtausch.
„Ausgebufft wie ein Popstar“, so die Financial Times Deutschland, verschwand der für den Abgang von Werner Seifert verantwortliche Chef des britischen Hedge-Fonds TCI von der Hauptversammlung, nachdem er unerkannt seine Stimmen abgegeben hatte. Dabei hatten die etwa 1000 anwesenden Aktionäre, Gäste und Pressevertreter mit Argusaugen nach ihm Ausschau gehalten. Doch Chris Hohn hielt sich im Hintergrund; er verzichtete auf einen Auftritt, und so blieb der von vielen erwartete große Knall aus. Damit blieb auch ungeklärt, welche Strategie die Großaktionäre mit der Deutschen Börse verfolgen – für einige Aktionärssprecher auf der Hauptversammlung das Hauptproblem. Von Seiten der Deutschen Börse selbst wurde dagegen viel getan, um dem Wunsch der Aktionäre nach Aufklärung und Information entgegen zu kommen. Auffallend war gleich zu Beginn, dass Aufsichtratschef Breuer sich für seine Eröffnungsrede zum Rednerpult begab und damit auf die Aktionäre zuging – normalerweise werden die einleitenden Worte und Formalien vom Platz aus verlesen. Breuer wird auf Betreiben der englischen Investoren zum Ende des Jahres ebenfalls ausscheiden; er hatte sich für diese Hauptversammlung sichtlich vorgenommen, einen positiven Eindruck für sich und die Börse zu hinterlassen. Aktionärsfragen wurden ausführlich und geduldig beantwortet, die Versammlung wurde ruhig und geordnet abgehalten und gute Worte fand Breuer nicht nur für Seifert, sondern er legte sich sogar für die Hedge-Fonds ins Zeug.
Interims-Vorstandschef Hlubek goss in seiner Rede kein Öl ins Feuer. Sachlich, unaufgeregt und fast allzu selbstverständlich verlas er den Bericht des Vorstandes. Etwas mehr Engagement hätten viele Aktionäre von ihrem obersten Angestellten vielleicht erwartet. Doch nicht Hlubek wird ja die weiteren Geschicke der Börse lenken, ein Nachfolger für Seifert wird noch gesucht. So war die Rede wohl ein Ausdruck des schwierigen Balanceakts von Hlubek, der in der aktuellen Situation nicht zu viele eigene Akzente setzen konnte. Aufklärung über das Geschäft der Deutschen Börse war auch außerhalb des Versammlungssaales geboten. Nachdem sie die Jagd auf das Phantom Chris Hohn aufgegeben hatten, konnten die Aktionäre ihre Aufmerksamkeit den Informationsständen zuwenden, an denen viel Börsenlatein gesprochen, aber auch erklärt wurde. Umfangreiches Prospektmaterial wurde ausgegeben, Berater hatten Antworten zu jeder Frage parat. Der Handel mit Geld ist indessen kein einfaches Thema; viele Besucher scheuten sich, ein Gespräch etwa über „Optionen“ anzufangen, obwohl sie vielleicht gern mehr erfahren hätten. Dann blieb es beim Griff zum Prospekt. – Nicht nur bei der Deutschen Börse fehlt es an Konzepten, wie man als veranstaltende AG aktiv auf die Aktionäre zugeht und die Initiative zum Gespräch nicht allein dem Gast überlässt.
Mit Technik und Organisation konnten die Besucher der Deutschen Börse auf der Hauptversammlung voll zufrieden sein. Die Akteure auf der Bühne waren sehr gut zu sehen, die Namensschilder auch von hinten noch lesbar. Die Projektionsfläche über dem Podium bot Charts im Kinoformat, und auch in den Fluren war mit zahlreichen Monitoren dafür gesorgt, dass die Veranstaltung jederzeit verfolgt werden konnte. Die Tragetasche für den Geschäftsbericht enthielt außer einigen zusätzlichen Informationsprospekten auch ein paar kleine Geschenke, die zum Weiterverschenken oder als Souvenir willkommen waren: das Schlüsselband der Deutschen Börse AG erinnert die Anleger nun daran, dass Aktionäre mitunter eine Schlüsselrolle spielen können. |
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