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Presseheadlines | |||
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Die Zeit nach Zumwinkel
Wobei man bei der Verpflegung innerhalb der Aktionäre große Meinungsverschiedenheiten hört: Die Aktionärsgemeinde spaltet sich zwischen einfachem Bockwürstchen auf die Hand und einem Tellergericht an Steh- und Sitztischen. 10.000 Brezeln zum Frühstück, 8.000 Bockwürstchen, 20.000 Brötchen zu Mittag, Blechkuchen am frühen Nachmittag - der Blutzuckerspiegel der knapp 3.500 Besucher wird konstant aufrecht gehalten. Organisation und Technik dieser Veranstaltung für etwa 4.000 Besucher sind professionell: Quantität und Qualität an Informationsmaterial: - Vier Informationsstände mit geschulten Mitarbeitern und Informationsmaterial - Geschäftsbericht 2007 in Deutsch und Englisch - Nachhaltigkeitsbericht 2006 - "Das Herzstück unseres Geschäfts" - Broschüre der DPWN - "Go Green"-Broschüre - das neue Klimaschutzprogramm von DHL - "Bereit für mehr Bewegung" - Prospekt für internationale Karrieremöglichkeiten - "Post Plus" - Magazin für Geschäftskunden - Rede des Vorstandsvorsitzenden Dr. Appel (in Kurzform) Für Sammler und Souvenir-Jäger - Philatelie-Stand Entspannen, Abspannen nach drei Redestunden - Torwandschießen mit Gewinnmöglichkeit - Zelt zum Thema "Corporate Responsibility" mit Ausstellungstexten Catering - siehe oben Im großen Rund der Kölnarena Das Bühnenbild unverändert in strahlendem, munteren Gelb mit drei breiten Stehlen, dazwischen zwei Leinwände, und davor Aufsichtsrat und Vorstand, ein aufgelockertes Bild, das dem Auge Ankerpunkte liefert für die lange Redezeit. Die Hauptversammlung geht heute von 10:03 bis 17:03 Uhr und ist mit genau 7 Stunden relativ lang. Nach der Begrüßung durch den Versammlungsleiter und Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Weber kommt der spannendste Teil der Veranstaltung: Der neue Vorstandsvorsitzende Dr. Appel, 44, weißes Hemd, blaue Krawatte, stellt sich mit einer 44-minütigen Rede den Anteilseignern vor. Wie die Aktionäre später am Manuskript erkennen können: seine Referat ist nicht die übliche Prosa, sondern knappe Statements; d.h. Appel spricht fast frei, und er nennt es "Präsentation"; eine neue und interessante Form. Wer 520.000 Mitarbeiter führt, hat viel zu erzählen. Das geht sportlicher im Tempo und akademischer im Stil zu als bei seinem Vorgänger. Die Post ist in über 220 Ländern und Gebieten vertreten, damit geht für das Post-Reich die Sonne nicht unter. Neue Strategieprogramme sind gestartet, die den Riesen kundenfreundlicher (First Choice) und ertragreicher (Roadmap to Value) trimmen sollen. Überall die Nummer 1 zu werden, erfordert vom Management Kraft, Geschick und Augenmaß. Es lässt sich alles gut an, das Jahr 2007 war insgesamt positiv - wenn nur der US-Markt nicht wäre. Zahlen werden jetzt und später nicht genannt. Die Zeitungen sprechen am anderen Morgen von 600 Mio. € Verlust. Dass die Aktie bei diesen Informationen nicht anspringt, verwundert nicht. Aber Appel verspricht eine Lösung bereits bis Ende des Monats Mai. Auf keinen Fall will man sich aus dem US-Markt zurück ziehen. Der Markt sei nicht nur teuer erkauft worden, man brauche ihn auch für den asiatischen Raum. Die Rede von Appel war gut und konstruktiv. Der Dividendenvorschlag von 0,90 Euro ist ein guter Einstieg für ihn. Wer genau hingehört hat, bekam ein umfassendes Bild über das Unternehmen. Von diesem Mann erwarten die Aktionäre noch viel. Die anschließende Generalaussprache dauerte trotz Begrenzung der Redelänge auf zehn Minuten über fünf Stunden. Die Inhalte war vielen Aktionären das Zuhören nicht wert und so verließen sie die HV scharenweise. Verständlich, denn nach den Profi-Rednern wurden viele persönliche Erfahrungen vorgetragen, die kein Interesse im Plenum fanden. Spannend wird es noch mal, als ein Redner das Podium belehrt über mangelhafte Auskünfte und ein Auskunftserzwingungsverfahren androht. Die Abstimmung ergab bei Top 2 bis 8 Ergebnisse zwischen 98,10 und 99,98 %. Damit können Vorstand und Aufsichtsrat gut leben. Um 16:58 Uhr betrug die Präsenz 51,59 %. Um 17:03 Uhr verabschiedete der Versammlungsleiter und Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Weber alle Besucher bis zum nächsten Jahr in der Kölnarena.
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