 |
E.ON – Ein Konzern sieht rot
Ganz in rot präsentierte sich der Energieriese E.ON auf seiner Hauptversammlung in Essen. Das angestrebte „Zusammenwachsen“ – so der Titel des Geschäftsberichts – wurde durch die allgegenwärtige kraftvolle E.ON-Hausfarbe ausgedrückt, die der HV ihren Rahmen gab.
 Das E.ON-Rot leuchtete von Decken und Wänden, Schürzen und Taschen. Informationen über den Konzern und die Aktie wurden so allerdings nicht übermittelt – die gab es nur in gedruckter Form und nur auf Anfrage. Die Länder, in denen E.ON inzwischen für Licht und Wärme sorgt – von Norwegen bis Italien – waren kurz auf einem Chart zu sehen; von Gasförderfeldern in Russland war die Rede, von Pipelines, neuen Kraftwerken und Investitionen in die bestehenden Netze. All dies hätte sich in den Vorräumen gut zeigen und visualisieren lassen. Beifall spendeten die Aktionäre für das gesellschaftliche Engagement und die Ausbildungspolitik des Konzerns. Schade, dass auch davon auf der HV nichts zu sehen war. So ist es vor allem die rote Farbe, die sich der Netzhaut einprägt.
 Dass der Vortrag des Vorstandsvorsitzenden keine Zusammenfassung des Geschäftsberichts sein muss, bewies Wulf Bernotat in seiner Rede. Er berichtete den Aktionären zuerst vom Zusammenwachsen des Konzerns, von einer Mitarbeiter-Umfrage, die bewies, wie gut das E.ON Team inzwischen funktioniert. Aber er nutzte seine Rede auch zu deutlichen politischen Forderungen, beklagte den national eingeschränkten Blick in Deutschland, forderte europäisches Denken und weniger Reglementierung. Damit hatte er die Aufmerksamkeit der Aktionäre, die häufig Applaus spendeten.
|