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Hauptversammlung der E.ON AG

 Hauptversammlung der E.ON AG
Datum: 6. Mai 2009
Ort: Essen, Grugahalle
Aktionäre u. Aktionärsvertreter: rd. 4.000
Umsatz: 86,753 Mrd. Euro
Adjusted EBITDA: 13.385 Mrd. Euro
Dividende: 1,50 Euro
Mitarbeiter (31.12.2008): 93.538
Präsenz auf der HV: 48,35%

Lokal. International.

Trotz des stürmischen und kalten Wetters waren über 4.000 Besucher gekommen, um zu hören, wie E.ON im Krisenjahr aufgestellt ist. Das größte Energieunternehmen in Europa zeigte Flagge, die Veranstaltung war für AR-Vorsitzenden und Versammlungsleiter Ulrich Hartmann und Vorstandsvorsitzenden Dr. Wulf H. Bernotat eine runde Sache.

Die Rede des Vorstandsvorsitzenden dauerte 43 Minuten und überforderte die Zuhörer nicht. An der einen oder anderen Stelle hätte man sich mehr "Esprit" des Redners gewünscht. Der Vortrag wurde gestützt durch ein breites Informationsband hinter dem Podium. Die von sechs Beamern auf den Screen projizierten Texte waren bis in die hinteren Sitzreihen des Saales gut lesbar.

Wie Bernotat ausführte war 2008 - trotz des schwierigen Umfelds - ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr. Der Umsatz sei auf 87 Mrd. Euro gestiegen (+26 %), das Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf 9,9 Mrd. Euro. E.ON investiere nicht nur weiter massiv in Wachstum, sondern schaffe auch Arbeitsplätze. Allein 2008 habe man europaweit 13.000 Mitarbeiter neu eingestellt, davon 5.000 in Deutschland.

Bernotat riskierte im Gegensatz zu seinen DAX-Kollegen ein vorsichtige Prognose für das laufende Jahr. So halte man eine leichte Steigerung des Adjusted EBIT um 10 % auf 11 Mrd. Euro für möglich. Stolz verweist Bernotat auf den erfolgreichen Eintritt in Märkte im Süden Europas sowie das Engagement im russischen Strommarkt. Die Wirtschaftskrise macht auch E.ON zu schaffen. So sind seit Mitte vergangenen Jahres die Preise für Öl, Gas und Kohle sowie die Großhandelspreise deutlich gefallen. Den Tenor der notwendigen Kosteneinsparungen formulierte der CEO wie folgt: "Insgesamt arbeiten wir an Desinvestitionen in Höhe von rund 10 Mrd. Euro, mit denen wir unser Portfolio verschlanken wollen".

Ausführlich beschäftigte sich Bernotat mit den erneuerbaren Energien. So liegt der Fokus derzeit auf Onshore und Offshore-Windparks in den USA, Großbritannien, Dänemark und Deutschland. E.ON zählt heute bereits zu den drei führenden Unternehmen bei Offshore-Windparks weltweit. Trotz des Engagments für erneuerbare Energien müssen nach wie vor 70 % des Stroms durch Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerke bereitgestellt werden.

Eine ganze Manuskriptseite stellte der Vortragende dem Thema Kernenergie zur Verfügung, das stark emotionalisiert in der Generaldebatte, hart aber fair, diskutiert wurde. Zum Schluss seiner Rede richtete der Vorstandsvorsitzende Wulf Bernotat Worte in eigener Sache an die Aktionäre: So wolle er im Mai 2010 aufhören, um sich persönlich anderen Aufgaben zu widmen. Das mag sicher nicht jedem Aktionär gefallen haben. Die Hintergründe zu diesem Schritt konnte man am nächsten Tag der Presse entnehmen.

Generaldebatte (Auszug):
Themen:
  • Erneuerbare Energien
  • Neue Beteiligungen in Spanien und Italien
  • Verschuldung zu hoch
  • Höhere Dividende ist besser als Aktienrückkauf
  • Was macht E.ON in Abu Dhabi?
  • Was ist mit den Beteiligungen in Amerika?
  • Wie sieht die Zusammenarbeit mit RWE in England aus?
  • Wie entwickelt sich der Markt für Flüssiggas?
  • Atommeiler in Finnland: Auswirkungen auf das Umland
  • Im Geschäftsbericht fehlt die Wertschöpfungsrechnung
  • Frauen in den Aufsichtsrat
Literatur:
Im Gegensatz zu anderen Hauptversammlungen war das Literaturangebot stark eingeschränkt. Neben dem Geschäftsbericht in Deutsch und Englisch erhielten die Aktionäre die Einladung zur HV mit der Tagesordnung und auf Wunsch den Handelsrechtlichen Jahresabschluss und zusammengefassten Lagebericht der E.ON AG 2008. Alle weiteren Broschüren und Informationen konnte der Aktionär schriftlich bestellen.



Give-away-Stand:
Give-aways finden gerade in der älteren Aktionärsgruppe großes Interesse. Ob Kugelschreiber, Pfefferminze oder 100 Gramm Nudeln, alles wird in den E.ON-Taschen vergraben. Dazu gab es ein Preisausschreiben von der Tochter "E WIE EINFACH Strom & Gas GmbH".

Catering:
Vormittags:
  • Brötchen mit verschiedenen Belägen
Mittags:
  • Würstchen
  • Buletten mit Fleisch oder Gemüse
  • Brötchen mit Käse, Wurst und Ei
Nachmittags:
  • Apfelstrudel

 Abstimmungsergebnisse:
 TOP 2: Verwendung des Bilanzgewinns 99,97%
 TOP 3: Entlastung des Vorstands 99,80%
 TOP 4: Entlastung des Aufsichtsrats 99,79%
 TOP 5: Wahl von Jens P. Heyerdahl zum Mitglied des Aufsichtsrats 99,80%
 TOP 6: Wahl der Abschlussprüfer 99,52%
 TOP 7: Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien 96,69%
 TOP 8: Schaffung eines neuen Genehmigten Grundkapitals 88,49%
 TOP 9: Ermächtigung zur Ausgabe von Options-oder Wandelanleihen 91,18-91,74%
 TOP 10: Satzungsänderung 99,96%
 TOP 11: Satzungsanpassungen 99,35-99,54%
 TOP 12:   Zustimmung zum Beherrschungs- und
Gewinnabführungsvertrag zwischen der Gesellschaft
und der E.ON Sechzehnte
99,96%
 TOP 13: Wie vor, zwischen der Gesellschaft und der E.ON
Zweiundzwanzigste Verwaltungs GmbH
99,96%


Zusammenfassung:
Die gesamte Veranstaltung war gut durchorganisiert, wenngleich Highlights fehlten. Die Aktionäre waren mit der vorgeschlagenen Dividende in Höhe von 1,50 Euro zufrieden - ist sie doch höher, als bei vielen anderen Aktiengesellschaften in diesem Jahr. Auffällig gut war die Rede von Bernotat: "Wir werden die Krise, so schwer sie ist, überwinden. Wir werden das schaffen, wenn die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft die Nerven behalten……. Wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen, die auch in Krisenzeiten investieren, können dazu einen entscheidenden Beitrag leisten. Dazu gehört E.ON".

Die nächste HV findet statt am 6. Mai 2010 wiederum in Essen.