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Hauptversammlung der E.ON AG
Essen, 6. Mai 2010

Dieser Tag beginnt für die E.ON-Aktionäre positiv. Mit einem Sterne-Frühstück waren die Besucher nur schwer zu bewegen, Platz in der Versammlungshalle des Grugahalle in Essen zu nehmen. Die Hauptversammlung der E.ON begann daher mit 8 Minuten Verspätung.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Ulrich Hartmann - im dunklen Anzug, lichtblauen Hemd und roter Krawatte - ist bei den Aktionären gut angesehen. Er verabschiedet den Vorstandsvorsitzenden Wulf Bernotat, der nach sieben Jahren an der Spitze der E.ON vom Podium auf einen Ehrenplatz vor der Bühne gewechselt ist, wo er heute mit seiner Frau sitzt. Die Dankesworte fallen zwar persönlich aus, aber die Zuhörer vermissen Details aus dem wechselvollen Unternehmensleben von Bernotat, der mit deutschen Traditionsunternehmen wie VEBA, Ruhrgas und Degussa gestartet ist.

Der neue Vorstandsvorsitzende Dr. Johannes Teyssen, seit einer Woche im Amt, hält seine Jungfernrede: er spricht langsam, deutlich, plakativ. Mit Hilfe des Teleprompters bleiben seine Augen beim Publikum und nicht am Manuskript. Was macht E.ON alles in der Welt? 88.000 Mitarbeiter haben eine Menge geleistet. Teyssen hat viele Beispiele, was getan wurde:
  • Den Kraftwerkspark mit 24 Milliarden Euro stärken
  • Modernisierung und Ausbau des vorhandenen Stromnetzes
  • Erneuerbare Energien mit 8 Milliarden Euro ausbauen
  • Jeden Tag 2 Windräder errichten
  • Finanzierung von 5 neuen Lehrstühlen an der RWTH Aachen, usw.
Sein Vortrag ist lebendig dank zahlreicher und aktueller Details. Die Zuhörer können mitdenken, schließlich ist es ihr Unternehmen. Der Energiemarkt ist in Bewegung geraten, und wie E.ON damit umgeht, macht neugierig. Eine Umstrukturierung des Konzerns incl. einem Umbau des Vorstands steht vor der Tür. Die Bilder an der Wand und die Modelle sind fast schon Reminiszenzen.

Der zweibändige Geschäftsbericht mit zusammen 264 Seiten ist ebenso informativ. Die zwei Papierarten fallen auf: Der warme Weißton des sog. Unternehmensberichts schmeichelt dem Auge, während das kalte Weiß des Finanzberichts anstrengender zu lesen ist. Der zweispaltige Umbruch erleichtert das diagonale Lesen und damit das Erfassen von Zusammenhängen.

Die Pressemitteilung der E.ON weist besondere Highlights aus:
  • Stabiles Ergebnis 2009
  • Dividenden-Vorschlag: 1,50 Euro
  • Zweithöchste Dividendenrendite aller 30 DAX-Unternehmen
  • Divestment-Ziel von mind. 10 Milliarden Euro, usw.
Die Generaldebatte war, wie bei vielen HVs, sehr umfangreich. Kritische Aktionäre kamen zum Teil von weit her, wie z.B. ein Renntierzüchter aus Lappland, jenseits des Polarkreises. Die Abstimmung belohnte mit 99 % bei nahezu allen TOPs, nur die Vergütung der Vorstände lag mit 96 % tiefer.

Mit rund 4.100 Besuchern war die Halle nicht voll belegt. Der Veranstalter war es aber trotzdem zufrieden. Zufrieden gingen auch die Aktionäre mit einer "Sonderdividende" in der Tasche nach Hauser: Ein Gutschein für den Besuch des mit E.ONs Hilfe erneuerten Museums Volkwang in Essen.