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  Fraport AG
1.6.2005, Frankfurt
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Fraport lotst die Anleger in Richtung Flughafenausbau



Rückenwind für Frankfurter Flughafenkonzern auf der Hauptversammlung am 1. Juni 2005

Jederzeit abflugbereit wirkten die 1.800 Aktionäre auf der Fraport-Hauptversammlung in der Jahrhunderthalle in Frankfurt-Höchst mit ihren blauen Lunch-Tüten und dem gerollten Flugzeugposter unter dem Arm. Die Mobilitätsnachfrage steigt – wer wollte da als Anteilseigner einer internationalen Drehscheibe auf einem Sitzplatz mit warmem Mittagessen bestehen? Das Rekordjahr 2004 und der deutliche Wachstumstrend im ersten Quartal, der steil nach oben zeigende Kursverlauf und die um 70% gestiegene Rekorddividende stellten die wirtschaftlichen Ansprüche der Aktionäre zufrieden.

Der Wunsch nach Informationen wurde an einem großen Info-Desk erfüllt. Hier konnten die Aktionäre reichlich Lesestoff einpacken: Nachhaltigkeits-, Personal- und Sozialbericht, Prospekte zum Airbus A380 und zum Flughafenausbau, der Zwischenbericht über das erste Quartal 2005 und natürlich der Geschäftsbericht, etwas verspielt mit Drehscheibe im Deckblatt. Auch die Rede des Vorstandsvorsitzenden konnte später hier abgeholt werden.

Bei der nicht gedruckten Kommunikation mit den Aktionären blieb die Fraport AG jedoch auf dem Boden. Interaktive Terminals und multimediale Präsentationen wie im „Airport Forum“ im Übergang zwischen Fernbahnhof und Terminal 1 des Frankfurter Flughafens gab es für die Aktionäre nicht – eine attraktive Art, über Aufgaben und Geschichte des Flughafens zu informieren, die sich auch auf der Hauptversammlung gut gemacht hätte.

Die Begrüßung durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Karlheinz Weimar, im Hauptberuf Finanzminister des Landes Hessen, erfolgte anders als in den meisten Hauptversammlungen vom Rednerpult aus. Ebenso wie der Vorstandsvorsitzende Wilhelm Bender sprach er ausführlich zu den Aktionären. Dr. Benders Rede wurde von einigen Grafiken, Tabellen und Fotos gestützt – nicht überladen und ohne modische Effekte, aber in ihrer einfachen Art gut verständlich und auch von den hinteren Reihen aus immer lesbar. Der Redetext war dagegen noch sehr „schriftlich“: mit kürzeren Sätzen und einem didaktischeren Eingehen auf die Zielgruppe wäre die inhaltlich gut strukturierte Rede besser zu verstehen gewesen.

Hauptversammlung als Bühne für Landebahn-Gegner?
Der größte Diskussionspunkt auf der Hauptversammlung war der geplante Ausbau des Frankfurter Flughafens. Hier hatte die Fraport AG den Stier bei den Hörnern gepackt und vor dem Eingang zur Hauptversammlung ihr „Infomobil“ aufgebaut – im Gebäude wäre dafür kein Platz gewesen. Mit Luftbildern, Plänen und Fotos zeigte die Fraport AG, wie der Flughafen wachsen soll. Besucher konnten Gesprächspartner und Infomaterial finden, kleine Geschenke lockten; der Zulauf war nicht allzu groß. In der Generaldebatte dagegen meldeten sich zahlreiche Gegner und Befürworter einer neuen Landebahn zu Wort. Sie wurden vom Versammlungsleiter Karlheinz Weimar immer abwechselnd ans Mikrofon gebeten. Auch prominente Redner wie Hilmar Kopper (früherer Deutsche-Bank-Vorstandschef) und Frank Kaufmann (parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen in Hessen) argumentierten pro und contra Flughafenausbau. Die Aktionäre folgten der Debatte nicht immer geduldig – als ein Sprecher mit 32 Fragen antrat, wurde Unmut spürbar. Da die Hauptversammlung schließlich mit je über 99% sowohl Aufsichtsrat als auch Vorstand entlastete und somit die Ausbaupolitik der Fraport AG unterstützte, war deutlich, dass hier keine wirkliche Richtungsdebatte unter Aktionären stattfand, sondern dass die Hauptversammlung als Bühne für Auftritte genutzt wurde. Wie sinnvoll solche Auftritte sind, ist allerdings fraglich: in den Presseberichten fand das Thema keinen Niederschlag.