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Die "Perle" Leighton ist der Hochtief Erfolgsgarant
Daten zur HV - Hochtief AG - Hauptversammlung: Messe Essen am 08.05.08 - Kapitalpräsenz: 63 % stimmberechtigten Kapitels - Mitarbeiter 2007: 52.449 - Dividende: 1,30 € Die Hauptversammlung der Hochtief AG findet traditionell in der Messe Essen statt. Anders als bei den Veranstaltungen der DAX-Werte wird hier in kleinerem Rahmen getagt - es herrscht eine fast familiäre Atmosphäre. Hoch erfreut ist der Kleinaktionär über die Give-aways, die bereits am Eingangsbereich verteilt werden. Das tröstet über den kurzfristigen Engpass beim Catering hinweg. Im Veranstaltungssaal sorgen zwei Projektionsflächen für die Charts und eine Großleinwand zur Übertragung des Referenten für optimale Sichtverhältnisse. Herr Lütkestratkötter beginnt mit der guten Nachricht: Hochtief schlägt eine Rekordausschüttung von 91 Mio. € vor, das entspricht einer Dividende von 1,30 € je Stückaktie. Mit der Strategie "den kompletten Lebenszyklus von Infrastrukturprojekten, Immobilien und Anlagen abzudecken" ist Hochtief auf dem richtigen Weg. So ist der Konzern heute der viertgrößte Baudienstleister der Welt und das internationalste Unternehmen der Branche. Zu den Kennzahlen: Im Jahr 2007 beträgt der Umsatz 16,5 Mrd. € bei einem Konzerngewinn von knapp 141 Millionen €. Dieses Ergebnis resultiert zu fast 90 aus dem Hochtief Auslandsgeschäft. Mit vollen Auftragsbüchern bei "Turner" und der Akquisition des Tiefbauunternehmens "Flatiron" ist Hochtief in den USA bestens aufgestellt. Die australische Tochter "Leighton" ist nach wie vor die "Perle" des Konzerns. Mit Großprojekten im Infrastrukturbereich sowie der Expansion außerhalb Australiens können die Aktionäre hier weiterhin mit einer sehr positiven Entwicklung rechnen. Die Situation in Deutschland ist dagegen weniger erfreulich: Die Sparte Hochtief Construction Europe machte im Jahr 2007 einen Rekordverlust von knapp 150 Mio. €. Lütkestratkötter räumt ein, dass der Verlust im deutschen Hochbau sogar noch etwas höher lag. Gründe dafür sieht der Unternehmenslenker vor allem in starken Preissteigerungen bei Baumaterialien und Nachunternehmerleistungen: "Die Preise schnellten zum Teil bis zu 40 Prozent nach oben". Ein Maßnahmenprogramm, um dieser Entwicklung gegenzusteuern, hat Hochtief in 2007 angestoßen. So wurde das Hochbaugeschäft in Deutschland neu strukturiert, die Selektionskriterien für Neuaufträge neu formuliert und das Volumen des risikoreichen Generalunternehmergeschäfts gezielt reduziert. In der Aussprache muss sich Lütkestratkötter dann einige unangenehme Fragen zum Deutschlandgeschäft gefallen lassen: So legt Marc Tüngler vom DSW "die Hand in die Wunde" und fragt nach den genauen Verlusten im Deutschlandgeschäft. Marcus Sühling von der SdK stellt die Frage, ob man sich nicht lieber aus dem heimischen Baugeschäft zurückziehen sollte. "Wir werden in Zukunft die Risiken mit den Auftraggebern besser aufteilen", so Lütkestratkötter. 2008 sieht er noch als Übergangsjahr, ab 2010 rechnet er mit schwarzen Zahlen im deutschen Baugeschäft. Die nächste Hauptversammlung findet am 7. Mai 2009 in Essen statt.
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