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2 Tage Hauptversammlung bei der HVB in München

 Daten zur HV
 Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG
 Hauptversammlung: ICM Internationales Congress Center München, Messegelände
 Umsatz 2006: 508 Mrd. €
 Mitarbeiter 2006: 50.659 (HVB Group insgesamt)
 Anwesende Aktionäre: 800
 Dividende: 0,40 €




Die voraussichtlich letzte Hauptversammlung der HypoVereinsbank in München verlief turbulent. Da die Veranstalter schon im Vorfeld davon ausgingen, dass sich sehr viele Aktionäre zu Wort melden wollen, hatten sie vorsorglich zwei Tage für die HV angesetzt.

Die Privatanleger waren verärgert, was sich auch in den Wortbeiträgen widerspiegelte. Grund dafür ist das geplante Squeeze-Out, das der Hauptaktionär Unicredit (95 % Aktienbesitz) durchführen will. Hierbei sollen die Privataktionäre dazu gedrängt werden, ihre Aktien zwangsweise gegen Geld abzugeben. Somit würde Unicredit zum alleinigen Aktionär der HypoVereinsbank werden. Die Aktionäre wehren sich gegen dieses Verfahren und bereiten Anfechtungsklagen gegen das Unternehmen vor.

Nachdem sich bereits zahlreiche Aktionäre am 26.06. zu Wort gemeldet hatten, musste aufgrund der hohen Wortmeldezahlen, wie von der HVB vorhergesehen, die Versammlung am 27.06. fortgesetzt werden. Erst dann konnten die Aktionäre abstimmen.



Da Unicredit jedoch größter Anteileigner ist, wurden fast alle Tagesordnungspunkte mit 99 % beschlossen. Ein nachträglich hinzugefügter Punkt der Tagesordnung wurde gesondert behandelt: Die Aktionäre stimmten für den Einsatz eines Vertreters, der Schadenersatzansprüche gegen Unicredit und die HVB untersuchen soll.

Den Kleinanlegern bleibt gegen das Squeeze-Out nur der Gang zum Gericht, nachdem sie trotz Provokation keine Verfahrensfehler auf der Hauptversammlung herbeiführen konnten.

Der stellvertretende Versammlungsleiter Lothar Meyer blieb trotz aller Tumulte durch die Aktionäre ruhig und leitete die lang dauernde HV auch am zweiten Tag noch mit strenger Hand. Redezeitbeschränkungen sollten die Veranstaltung straffen. Aufsichtsratsvorsitzender und Unicredit-Chef Alessandro Profumo beteiligte sich nicht aktiv an der HV. Vorstandvorsitzender Wolfgang Sprißler verteidigte den geplanten Squeeze-Out: die Barabfindung der Aktionäre sei angemessen.

Die Aktionäre zeigten sich in den anschließenden Wortbeiträgen enttäuscht vom Unternehmen.

Wie sich die späteren Klagen der Privataktionäre auf das Unternehmen und den geplanten Squeeze-Out auswirken werden, bleibt abzuwarten. Diese zwei Tage dauernde Hauptversammlung ist die längste und gleichzeitig voraussichtlich die letzte in der Geschichte der Bank gewesen.