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Gute Noten für die Ära Pierer
Stabwechsel auf der Siemens-HV: Viel Zustimmung für den alten und den neuen Chef
 „Thank you, but who are you?“ – mit dieser Antwort auf seine Weihnachtsmail hatte der scheidende Siemens-Chef Heinrich von Pierer nicht gerechnet. Der Mitarbeiter im fernen China kannte seinen Vorstandsvorsitzenden offenbar noch nicht einmal vom Hörensagen. Auf der Hauptversammlung in der Münchener Olympiahalle konnte von Pierer dagegen sicher sein, dass sein Gesicht und seine Arbeit bekannt waren: Sein Lagebericht fand viel Beifall, und in den Redebeiträgen der Aktionärsvertreter überwog das Lob für seine Amtszeit.
Von Pierers Nachfolger Klaus Kleinfeld wurde mit freundlichen Worten willkommen geheißen. Die etwa 11.000 Aktionäre erwarten allerdings einiges von ihm: Die defizitäre Handysparte etwa ist ein ungelöstes Problem, und über einige Entscheidungen des vergangenen Jahres äußern Aktionärsschützer Unmut. Doch insgesamt prägt Harmonie die große Hauptversammlung der Siemens AG; das bayrisch geprägte Catering trägt zur guten Stimmung bei.
 Geistige Nahrung fanden die Aktionäre vor allem in gedruckter Form vor. Geschäftsberichte und eine Auswahl an Broschüren vor allem über Ausbildungsthemen standen griffbereit zur Verfügung. Solche Drucksachen nehmen die Besucher jedoch eher zum „Später-Lesen“ mit; vor Ort vertieft man sich nicht in die Lektüre. Da wären leichter konsumierbare Informationsmöglichkeiten willkommen gewesen – Schautafeln, Ausstellungsstücke, Fotos oder Videos. Doch Siemens blieb auf dieser Hauptversammlung noch ganz im herkömmlichen Fahrwasser. Dass die Veranstaltung HV noch verbessert werden kann, scheint auch im Hause Siemens erkannt zu werden: der Veranstalter befragte die Besucher nach ihrem Urteil über die Gestaltung der Hauptversammlung und ihr Interesse an dieser Veranstaltung. Die Gestaltung der Siemens-HV 2006 wird zeigen, ob und welche Schlüsse Siemens aus dieser Befragung gezogen hat.
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