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Presseheadlines | |||
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43. Siemens Hauptversammlung
![]() 30mal Applaus in 50 Minuten für Peter Löscher! Der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, Peter Löscher, setzte mit seiner emotionalen Rede, Zeichen, um den 9.500 angereisten Aktionären in der Münchener Olympiahalle in schwieriger werdenden Zeiten Mut zu machen. Mit geballter Faust und einer klaren, kraftvollen Stimme wusste Löscher die Menge im großen Rund der Olympiahalle für sich zu gewinnen. Der Siemens Konzernlenker hatte gute Nachrichten für die Aktionäre: Mit einem Umsatzplus von 7% konnte der Jahresumsatz auf 77,3 Mrd. Euro gesteigert werden. Im gleichen Zeitraum stieg das Ergebnis um 2 % auf 6,5 Mrd. Euro. Und auch im 1.Quartal des laufenden Geschäftjahres konnte Siemens den Umsatz noch einmal kräftig steigern. Angesichts der positiven Zahlen unterstützten die Aktionäre den Vortragenden während seiner gut 50 Redeminuten mit lautem Beifall. Sicher, auch für Siemens werden die Zeiten härter. Aber ein Unternehmen mit einem aktuellen Auftragsbestand von 85 Mrd. Euro hat ein gesundes Selbstbewusstsein gegenüber der breiten Öffentlichkeit, die sich immer mehr dem Abwärtstrend hingibt. Wenn man einmal von der viel zu kleinen Leinwand absieht, auf der man schon ab Saalmitte die Zahlen und Daten auf den Charts nur noch schwer lesen konnte, stimmte die gesamte Großveranstaltung.
"Wasser im Wein" war dagegen die Auseinandersetzung zwischen dem Versammlungsleiter und Aufsichtsratsvorsitzenden Cromme und den Aktionärsvertretern sowie einer Reihe von Aktionären, für die die Erhöhung der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung zur Zeit nicht in die "Landschaft der hereinbrechenden Rezession" passen will.
Cromme hatte "schlechte Karten", die er sich leider selber so gemischt hatte. Er hätte an dieser Stelle die einmalige Gelegenheit gehabt, der breiten Öffentlichkeit seine außergewöhnlichen Leistungen in der "Schmiergeldaffaire" zu erläutern. Dann wäre das Verständnis für das neue System der Aufsichtsratsbezüge sicher größer gewesen. Schade um die vertane Chance! Aber auch die Aktionäre waren nicht viel besser als ihr Versammlungsleiter. Man hätte sich gewünscht, mehr Klasse als Masse am Rednerpult zu sehen. Die über 40 Redner in der Generaldebatte stellten mehr oder weniger immer die gleichen Fragen, die man aus den Vorjahres-HVs kennt. Wie sich die Rezession auch auf den Aktionär von Tag zu Tag stärker auswirkt, hätte viele Fragen an den Vorstandsvorsitzenden aufwerfen müssen. Die Aktionäre hätten gern ein paar professionelle Institutionelle gehört, die ihnen Orientierung geben. Leider waren viel zu wenig davon angereist. Auch sie haben ihre Chance nicht verstanden, denn dieses Jahr wäre es nicht die Aufgabe gewesen, die Dividende von 1,60 auf 1,80 Euro anzuheben, sondern den Aktionären Mut zu machen, ihre Aktienbestände zu halten. So stand an dieser 43. Siemens Hauptversammlung die Rede von Peter Löscher allein "als Fels in der Brandung". Hätte Cromme sich besser verkauft, könnte die Siemens Hauptversammlung 2009 in die Geschichte der Aktie eingehen. Wenn man von einem einzigen Redner absieht, der so nebenbei den ausliegenden Geschäftsbericht als gut bezeichnete, waren befragte Aktionäre nicht bereit, sich über Qualität und Inhalt zu äußern. Schade, aber vielleicht waren sie in diesem Jahr auch damit überfordert.
Was aber besonders auffiel, waren Engagement und Aufmerksamkeit der Mitarbeiter im Saal und in den Nebenräumen. Die jungen Leute gaben den überwiegend älteren Aktionären das Gefühl, dass dies ihre große Hauptversammlung sei.
Den 12-Stunden-Marathon der Siemens Hauptversammlung konnten die Aktionäre Dank eines hervorragenden Caterings gut meistern. Hier bot das Unternehmen seinen Anteilseignern alles was das Herz begehrt: Mit einem umfangreichen Snackangebot über ein restaurant-taugliches Mittagessen mit 3 Hauptgerichten zur Wahl konnten sich die Aktionäre durch den Tag "schlemmen". Das Resultat: Hier fühlten sich die Aktionäre zu Hause. Siemens-Leistungsbeispiele im Modell und auf Fotos, wie sie aus den Vorjahren bekannt waren, waren auch in diesem Jahr ein Hingucker. Gerade ältere Aktionäre, die noch die alten Computer Tomografen mit ihrem lauten Klopfgeräusch kannten, waren sehr von den neuen, nahezu geräuschlosen Anlagen angetan. So wird mancher Aktionär mit, für ihn persönlichen Erkenntnissen, nach Hause gefahren sein. Die nächste Siemens Hauptversammlung am 26. Januar 2010 wird nicht so ohne Weiteres zu toppen sein.
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