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Hauptversammlung Volkswagen AG

 Hauptversammlung Volkswagen AG
Hauptversammlung: im ICC Hamburg
Umsatz 2008: 113,8 Mrd Euro
Mitarbeiter im Jahresmittel: 370.000
Anwesende Aktionäre und Gäste: ca. 1.800
Gesamtpräsenz auf der HV: 60,55%
Dividende: Stammaktie: € 1,93 je Aktie
      Vorzugsaktie: € 1,99 je Aktie
Veranstaltungsdauer: von 10:00 bis ca. 19:30 Uhr



Den Ball flach halten war die Devise, wenn es um das Thema Volkswagen und Porsche ging. Hier hatten sich die Aktionäre mehr Informationen erhofft. Dieses Jahr war die Anzahl der Aktionäre mit gut 1.000 gering. Interessant die Drittelung der Vorstandsrede. Den ersten Teil mit Rückblick auf 2008 hielt der Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Martin Winterkorn, danach stellte Hans Dieter Pötsch, Mitglied des Vorstands, Geschäftsbereich "Finanzen und Controlling" die Zahlen vor und im dritten Teil der Rede erläuterte Winterkorn den aktuellen Zustand der Branche und seines Konzerns.

Ernüchternd für die Aktionäre: "Die Finanzkrise mit ihrem brutalen Durchschlag auf die Realwirtschaft ist zu großen Teilen hausgemacht. Nach fundamentalen Verwerfungen auf den Finanzmärkten, nach Maßlosigkeit und immer neuen Übertreibungen kehrt jetzt wieder Realismus ein". Volkswagen stellt sich dem sehr schwierigen Jahr 2009. Es wird sinnvoll gespart, aber nicht auf Kosten der Zukunft. So will das Unternehmen 2.800 Auszubildende einstellen und 2.100 Hochschulabsolventen. VW möchte "die zufriedensten Kunden und die besten Mitarbeiter". Das hörten die Aktionäre mit Wohlgefallen.

Die Produktoffensive beeindruckte die Besucher: So will der Konzern bis 2010 20 zusätzliche, völlig neue Modelle vorstellen. Schon jetzt liegen 132 Modelle unter 140 Gramm CO2/km. Interessant war auch die Aussage von Winterkorn: "Das Auto der Zukunft wird es nicht geben, mittelfristig wird man ein Mix sehen aus verschiedenen Antriebskonzepten".
Wie in jedem Jahr gab es eine große Ausstellung der Volkswagen-Flotte mit allen Töchtern, die den ganzen Tag gut besucht war und auf der sich jeder Interessent ausführlich beraten lassen konnte. Wer sich darüber hinaus über das Unternehmen informieren wollte, konnte dies an Informationsständen tun.

Literatur für die Besucher (Auszug):
  • Geschäftsbericht in Deutsch und Englisch
  • Broschüre "Driving Ideas"
  • Broschüre "So fahren wir morgen"
  • "Autogramm", Zeitung für Mitarbeiter
Generaldebatte:
Sie war lang und ausführlich. Einige Themen:
  • Kapitalmarkt sollte erkennen können, wenn Aktien im großen Stil aufgekauft werden
  • Dividende gut, aber mit 15% ist die Ausschüttungsquote zu niedrig
  • Welche Antriebstechnik hat die besten Chancen?
  • Ein Aktionär: "das viele Englisch bei VW geht mir auf den Geist"
  • Was macht VW, wenn sich Porsche verzockt hat?
  • Thema Flottenverbrauch
  • usw.


Versammlungsleiter und Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piech leite die Aussprache mit großer Disziplin, wenngleich manche Antworten nicht immer so ausfielen, wie sich Aktionäre und Aktionärsvertreter dies gewünscht haben mögen.

 Abstimmungsergebnisse der Stammaktionäre, Ja-Stimmen:
 Gewinnverwendung 99,78%
 Entlastung des Vorstands 99,94%
 Entlastung des Aufsichtrats 99,69%
 Wahl eines Mitglieds des Aufsichtsrats 90,02%
 Beschlussfassung über die Schaffung eines Genehmigten Kapitals
   u. Satzesänderung
99,80%
 Beschlussfassung zur Ausgabe von Options-
   und/oder Wandelschuldverschreibungen, usw.
99,81%
 Beschlussfassung zum Erwerb eigener Aktien 99,41%
 Beschlussfassung über Satzungsanpassungen, usw. 99,98%
 Wahl des Abschlussprüfers für 2009, usw. 99,96%


Besonderheit der diesjährigen VW-Hauptversammlung:
In einer gesonderten Versammlung der Vorzugsaktionäre mit einer Präsenz von nur 17,22 % erhielten die Anträge zur Ausgabe
 von Stamm- und/oder Vorzugsaktien (Top 1) und
 von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen (Top 2)
mit jeweils nur knapp 74 % der Stimmen nicht die erforderliche Dreiviertelmehrheit.

Fazit: Die VW-Vorzugsaktionäre haben den von den Stammaktionären bereits verabschiedeten Vorratsbeschluss für eine mögliche Kapitalerhöhung des Konzerns gekippt.