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130 Jahre Firmengeschichte gipfelten im Rekordjahr 2004
Hauptversammlung pur gab es beim Mittelständler Vossloh AG am 25. Mai 2005 in Düsseldorf
 Tische gibt es für Aktionäre selten, wer sich Notizen machen will, muss dies in der Regel freihändig tun. Das war in der vergleichsweise kleinen Runde beim Verkehrstechnik-Konzern Vossloh anders; die Hauptversammlung im CCH in Düsseldorf hatte Konferenzcharakter. Der Vorstandsvorsitzende Burkhardt Schuchmann ließ keine Distanz zwischen den Aktionären und dem Podium aufkommen. Ganz ohne Berührungsängste – im Unterschied zu großen Aktiengesellschaften – nahm sich er sich vor Beginn der Veranstaltung Zeit für Gespräche mit den Anteilseignern, ein Zeichen für die persönliche Atmosphäre der Hauptversammlung.
 Die Vossloh AG versteht sich trotz ihrer internationalen Geschäftsbeziehungen und eines Umsatzes von über einer Milliarde Euro als Mittelständler. In diesem Selbstverständnis wirkte die Hauptversammlung wie ein Familientreffen in harmonischer Atmosphäre, was bei 33 % im Besitz der Familie Vossloh auch zutrifft. Auch miteinander kamen die Aktionäre ins Gespräch und nutzten die Veranstaltung zum Meinungsaustausch. h.
Kritisiert wurde die Firmenleitung kaum – wenn die Aktionärsvertreter eine Dividende von € 1,30 beanstandeten, gehört das zum guten Ton, denn statt 50 % nur ein Drittel des Gewinns auszuschütten, entspricht der vorsorgenden Mittelstandsmentalität.
 Die Ausgestaltung zeigte deutliche Unterschiede zu der eines Konzerns: so gab es keine Kameras, um die Redner dem Publikum näher zu bringen, in die Nebenräume zu übertragen oder gar im Internet live zu publizieren. Die Leinwand hinter dem Podium stand ungeschmälert den Charts, gerahmt von Produktfotos, zur Verfügung. Die Rede des CEO wurde allerdings im Anschluss online gestellt, ebenso wie das Abstimmungsergebnis en Detail, was selbst bei größeren AGs nicht die Regel ist. An zusätzliche Informationen für die Aktionäre oder Imagewerbung jeglicher Art war vom Veranstalter offensichtlich nicht gedacht worden. Hier konzentrierte man sich auf das Notwendige und bot ein Forum für den Meinungsaustausch unter den Aktionären, die genau dies erwartet hatten.
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