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Buchtipp

Max Otte
Der Informationscrash

Kurzbeschreibung
Er war einer der ganz Wenigen, die den Kollaps der Weltfinanzmärkte vorausgesehen haben. Obwohl die Nachfrage nach Büchern über die Auslöser der Krise allmählich schon wieder rückläufig ist, steht sein geradezu prophetisches Werk Der Crash kommt des "Star-Ökonomen" Max Otte noch immer auf den Bestsellerlisten. Euphorisiert von seinem Weitblick und ganz nach dem Motto "Man muss das Eisen schmieden, solange es heiss ist", hat der Wormser Wirtschaftswissenschaftler flugs nachgelegt.

Der Titel seines neuesten Werkes Der Informationscrash bleibt im Bild - eine beißende Kritik an den Fehlentwicklungen unserer Informationsgesellschaft. Allen voran an den zunehmenden Defiziten, die das Internet offenbart. Bisweilen noch immer als Inbegriff für Unbestechlichkeit und als Hoffnungsträger für ein Höchstmaß an Objektivität gefeiert, ist dieses Medium nach Meinung von Otte längst zum Spielball einer groß angelegten Desinformationskampagne verkommen, weswegen er sich nach eigenem Bekunden eigentlich "Die Desinformationswirtschaft" als Buchtitel gewünscht hätte. Otte macht seine alarmierenden Erkenntnisse unter anderem an den großen Finanzportalen fest, die ihm zufolge zu "reinen Verkaufveranstaltungen" mutiert seien und die Benutzer im Zweifelsfall gezielt mit schädlichen oder gar falschen Informationen versorgten. Dies sei umso bedauerlicher, als nicht nur der Laie angesichts der rasant wachsenden Komplexität von Gesetzen und Produkten mehr den je auf Hilfe und zuverlässige Information angewiesen wäre. Sein Fazit: "Je undurchsichtiger die Märkte werden, umso leichter haben es die großen Anbieter, Preise, Konditionen und Produkte zu lancieren, die ein normal denkender Mensch nicht kaufen würde."

Um der Desinformationswirtschaft widerstehen zu können, kann Otte allen souveränen Anleger nur dringend empfehlen, sich selbst ein solides Wissensfundament anzueignen. Ein wahrhaft ernüchternder Blick auf die Realitäten in unserer viel gepriesenen Informationsgesellschaft.